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Volkskrankheit Venenleiden

10. Juni 2013, 00:00

Krampfadern und Besenreiser sind nicht nur kleine kosmetische Makel – Venenleiden können zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Eine rechtzeitige Behandlung kann vorbeugen und lindern.

Geschwollene, schwere oder müde Beine kennt so gut wie jeder. Auch Besenreiser und Krampfadern sind häufig vorkommende "Schönheitsmakel". Selten wird diesen Symptomen große Bedeutung beigemessen, aber sie können Anzeichen für Venenerkrankungen sein, die bei zu spätem oder Nicht-Erkennen fatal enden können.

Das häufigste Venenleiden stellt die chronische Veneninsuffizienz dar. "Frauen leiden etwas häufiger an Venenproblemen, da ihre Muskulatur schwächer und das Gewebe sensibler ist", weiß auch OA Dr. Wolfgang Müller, der in Wien eine Venen-Praxis betreibt. "Deshalb haben Frauen auch schneller Beschwerden als Männer, was wiederum dazu führt, dass sie eher zum Arzt gehen und die Krankheit im Frühstadium behandeln lassen." Männer lassen sich meist erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien untersuchen, da sie zu Beginn der Krankheit weniger Beschwerden haben und sich auch am kosmetischen Aspekt der unschönen Krampfadern seltener stören. "Auf einen Mann, der aus kosmetischen Gründen zu mir kommt, kommen etwa 30 Frauen", sagt der Venenspezialist.

Was machen Venen eigentlich?

"Venen sind jene Gefäße, die das Blut aus den Extremitäten ins Herz zurück befördern" erklärt Müller. Sie sind somit Teil unseres Blutkreislaufs, der aus einem zweiteiligen Schlauchsystem besteht: einerseits dem Arteriensystem, dass das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in den Körper pumpt, andererseits das Venensystem, dass das sauerstoffarme Blut wieder zurück zum Herzen transportiert. Zwischen Arterien und Venen befindet sich ein Geäst von kleinen Blutgefäßen (Kapillaren), in denen der Sauerstoff abgegeben wird und so Muskulatur und Organe versorgt.

Neben dem hydrostatischen Druck dem der Blutfluss im Körper unterliegt, gibt es auch andere Faktoren, die sich positiv auf den Blutrückfluss (zum Herzen) auswirken, nämlich Kontraktionen durch Bewegung und Druck von außen auf die Gefäße. Damit das Blut nicht wieder in die Extremitäten zurückrinnt, besitzen die Venen Klappen, die sich in den Kontraktionspausen schließen, und so das Blut etappenweise zum Herz befördern.

Eine normale Vene ist tonisiert – also stark und gespannt -, nicht zu dick und hat funktionstüchtige Klappen die dafür sorgen, dass das Blut immer nur in eine Richtung fließen kann.

Die typische kranke Vene ist die Krampfader. Hier sind die Venenwände geweitet, die ganze Vene wird länger und beginnt sich zu schlängeln. Liegen die Krampfadern an der Oberfläche, sind sie deutlich unter der Haut zu erkennen und sind oft schmerzhaft.

Warum erkranken Venen?

"Die eigentliche Ursache, warum Leute Venenerkrankungen bekommen, weiß man nicht" sagt Müller. Fest steht, dass die Neigung zu Venenleiden vererbt ist. "Wenn beide Eltern Venenleiden haben, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 90% ebenfalls Venenprobleme zu bekommen" sagt Müller. Bei einem betroffenen Elternteil liegt die Wahrscheinlichkeit immer noch bei 50%.

Weiterer Risikofaktor ist das Alter: Mit fortschreitenden Lebensjahren sind die Venen stärker belastet und geben irgendwann nach (d.h. sie weiten sich) – es stellt sich eine Art Abnutzung ein.

Schließlich spielt auch die Lebensweise eine Rolle: wer gesund lebt, d.h. ausreichend Bewegung macht und möglichst normalgewichtig ist, hat weniger Probleme mit den Venen.

Welche Venenerkrankungen gibt es?

Die häufigste Ausprägung von Venenleiden ist die chronische Veneninsuffizienz – also die Schwäche der Venenklappen -, die sich vor allem durch Krampfadern äußert.

"Die Venenklappen bewirken, dass das Blut immer nur in eine Richtung fließen kann. Dehnt sich die Vene nun aus, schließt die Klappe nicht mehr richtig und das Blut fließt in die falsche Richtung, nämlich zurück in die Extremitäten" erklärt Gefäßexperte Müller, wodurch es zu den für Venenprobleme typischen Schwellungen und Spannungsgefühl kommt.

In weiter fortgeschrittenen Stadien der Veneninsuffizienz kommt es dann zu Veränderungen der Haut in Form von Gewebsverhärtungen und Verfärbungen. Im schlimmsten Fall können diese Verhärtungen aufbrechen – man spricht vom offenen Bein (Ulcus cruris), das bei den Betroffenen zu starken Schmerzen führt.

Weitere Venenerkrankungen sind Thrombosen und Venenentzündungen, die meist in Krampfadern, aber auch in gesunden Adern auftreten. Bei der Thrombose stockt das Blut und bildet ein Gerinnsel das die Vene verstopft – das Blut kann nicht mehr fließen. "Die größte Gefahr bei den Venenerkrankungen sind Embolien" sagt Müller. Sie entstehen durch die Verschleppung von Blutgerinnseln in die Lunge, wo sie die Lungengefäße verschließen (Lungenembolie), was von unspezifischen Atemproblemen, über Lungenentzündungen bis hin zum plötzlichen Tod führen kann.

Behandlung und Prävention

"In Österreich werden noch sehr häufig Venen gezogen" sagt Müller, dabei ist der operative Eingriff nicht immer der beste Weg. "Das Risiko sollte möglichst gering gehalten werden." Verödung oder Laserbehandlung sind sanftere Alternativen, noch besser ist die Früherkennung: über Veränderungen des Lebensstils, das Tragen von Kompressionsstrümpfen und der ergänzenden Verabreichung von Medikamenten und Salben lässt sich viel im Vorfeld mildern oder vermeiden.


Dr. Wolfgang Müller ist Venenspezialist und praktiziert in Wien.
www.krampfader.at

Mehr über Venenleiden und weitere Venenexperten finden Sie unter:

www.venengesundheit.at
www.antistax.at

  • Artikelbild
    foto: boehringer ingelheim
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