"Cyber-Bankräuber" erbeuteten 45 Millionen Dollar weltweit

10. Mai 2013, 07:59
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Innerhalb weniger Stunden - Sieben mutmaßliche Mitglieder festgenommen

In einer groß angelegten Cyberattacke haben Bankräuber weltweit insgesamt 45 Millionen Dollar (rund 34 Millionen Euro) erbeutet. Der Coup habe nur "einige Stunden" gedauert, betroffen waren insgesamt 26 Länder, wie das Büro der New Yorker Staatsanwältin Loretta Lynch am Donnerstag mitteilte. Sieben mutmaßliche Mitglieder des New Yorker Teils der Organisation wurden demnach gefasst und angeklagt. Ein achter Verdächtiger, der mutmaßliche Anführer, soll Ende April ermordet worden sein.

Präzise

Allein in New York erbeuteten die Diebe den Angaben zufolge 2,8 Millionen Dollar (2,13 Mio. Euro), indem sie mit manipulierten Karten an Hunderten Automaten Geld abhoben. "Statt Pistolen und Masken" habe die Bande Laptops und das Internet genutzt, erklärte Lynch. Dabei sei die Organisation mit "chirurgischer Präzision" vorgegangen.

Hack

Mehrere Monate lang hackten die Cyberkriminellen demnach die Daten von Prepaid-Kreditkarten, wie sie etwa von Hilfsorganisationen eingesetzt werden. Dann hoben sie die Grenze für Bar-Abhebungen auf. Die gestohlenen Daten wurden auf Magnetkarten geladen, mit deren Hilfe die mit gestohlenen PIN-Nummern ausgestatteten Räuber innerhalb kurzer Zeit Millionen von Dollar abhoben. Die Organisation schlug laut US-Justiz zweimal in mehreren Ländern gleichzeitig zu: am 22. Dezember 2012 sowie am 19. oder 20. Februar 2013.

Banken

Betroffen waren demnach die Rakabank aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die Bank of Muscat im Oman. Die New Yorker Gruppe machte sich nach ihrem Beutezug schnell ans Geldwaschen: Laut Anklageschrift eröffnete sie ein Konto bei einer Bank in Miami und kaufte Luxuslimousinen sowie unter anderem zwei Rolex-Uhren.

Deutschland

Der weltweite Cyber-Bankraub haber aber auch in Deutschland Spuren hinterlassen. In sieben deutschen Städten seien in einer Nacht im Februa rinsgesamt 1,85 Millionen Euro mit gefälschten Mastercard -Kreditkarten der Bank Muscat abgehoben worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Freitag. Ein vermutlich eigens für die Tat aus den Niederlanden eingereistes Pärchen - ein 35-jähriger Mann und eine 56-jährigeFrau - seien mit 170.000 Euro und gefälschten Karten in Düsseldorf auf frischer Tat ertappt worden. Sie seien offenbar Teil des Diebesrings und säßen immer noch in Untersuchungshaft, sagte der Sprecher. Ihnen werde Computerbetrug und die Fälschung von Kreditkarten zur Last gelegt.

Fehleinschätzung

Die Deutsche Kreditwirtschaft, die Organisation der fünfgroßen Bankenverbände, hatte kurz zuvor mitgeteilt, sie wisse nichts von Schadenfällen in Deutschland im Zusammenhang mit dem großangelegten Cyber-Bankraub. (APA/Reuters, 10.05.13)

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