Philippinen ziehen ihre UN-Soldaten von Golan ab

10. Mai 2013, 10:19
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Asiatisches Land stellt ein Drittel des Kontingents - Österreicher bald alleine in Pufferzone

Die Philippinen wollen ihr 342 Soldaten umfassendes Kontingent an der UN-Mission auf den Golanhöhen abziehen. Die Entführung von vier philippinischen Soldaten in der Pufferzone zwischen Israel und dem Bürgerkriegsland Syrien habe diesen Schritt notwendig gemacht, so das Außenministerium des asiatischen Landes. 

Dies entspricht fast der Hälfte der dort stationierten UNO-Friedenstruppe. Nach der Entführung von vier philippinischen UNO-Beobachtern sagte Außenminister Albert del Rosario am Freitag, dass er eine entsprechende Empfehlung zum Abzug der philippinischen UNO-Soldaten an Präsident Benigno Aquino geschickt habe.

Die Philippinos würden demnach von syrischen Rebellen als menschliche Schutzschilde gegen die Soldaten des Regimes von Syriens Präsident Bashar al-Assad benutzt. Die vier Blauhelme waren am Dienstag in der Pufferzone zwischen Israel und Syrien gefangen genommen worden. Österreich beteiligt sich mit rund 370 Soldaten an der Mission, die insgesamt aus 1.000 Soldaten und Zivilbeschäftigten besteht.

"Gefahrenpotenzial über tolerierbaren Grenzen"

"Unsere Empfehlung ist ein früher Abzug unserer Männer, weil wir denken, dass das Gefahrenpotenzial über tolerierbaren Grenzen liegt", sagte Del Rosario gegenüber Journalisten. Die Entführung der Friedenssicherungskräfte sei eine grobe Verletzung des Völkerrechts und die Philippinen legten großen Wert auf die Sicherheit ihrer Soldaten, begründete der Außenminister seinen Wunsch nach Abzug von den Golan-Höhen.

Bereits vor etwa zwei Monaten wurden 21 philippinische UNO-Soldaten entführt und nach einigen Tagen wieder freigelassen. Auch damals sollen syrische Rebellen dahinter gestanden sein.

Rund tausend Blauhelmsoldaten der UNO-Beobachtermission UNDOF überwachen die Waffenstillstandszone zwischen Syrien und Israel. Die Mission besteht seit 1974. Die Truppensteller sind derzeit Österreich, Indien und die Philippinen. Kroatien, Kanada und Japan haben ihre Soldaten abgezogen.

Kein Handlungsbedarf für Österreich

Österreich sieht vorerst noch keinen Handlungsbedarf. Der letzte Informationsstand des Verteidigungsministeriums laute, dass die philippinischen Soldaten auf den Golan-Höhen bleiben, sagte der Sprecher von Verteidigungsminister Gerald Klug, Andreas Strobl, der APA Freitagfrüh. Es handle sich bei den aktuellen Meldungen um eine innenpolitische Debatte. (red/APA, derStandard.at, 10.5.2013)

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    Ein Wachturm in der Pufferzone.

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