Hass überwinden: Palästinensisch-jüdische Begegnung auf Arte

9. Mai 2013, 19:14
8 Postings

"Kaddisch für einen Freund", Freitag um 20.15 Uhr, erhielt den deutschen Filmpreis für den besten Kinderfilm

Wien - Ob er ins Gymnasium gehen könne, fragt Ali Messalams (Neil Belakhdar) seinen Vater. Der ist wenig begeistert: "Und wer hilft mir?" Damit ist das Thema erledigt, stattdessen gibt's neue Turnschuhe. Pubertät mit Migrationshintergrund in Berlin.

Der Weg in die Erwachsenenwelt des 14-Jährigen ist voller Hindernisse in Leo Kashins "Kaddisch für einen Freund", am Freitag, 20.15 Uhr auf Arte. Ali ist in einem palästinensischen Flüchtlingslager aufgewachsen und von dort mit seinen Eltern in die deutsche Bundeshauptstadt gekommen. Der Judenhass steckt tief, und so scheinen nicht Fremde, auch nicht Ausländerfeindlichkeit das große Problem zu sein, sondern dass im oberen Stockwerk des Hauses ein Jude wohnt. "Wo hast du uns da hingebracht?", sagt der Vater zum Freund. "Diese Juden kommen doch überall hin", flucht der. Fortan wird der alte Alexander im Obergeschoß (Ryszard Ronczewski) feindselig ignoriert, und es hätte beim getrennten Nebeneinander bleiben können. Wäre da nicht die gewaltbereite Gang, in die Ali hineinrutscht, und für die er eine Mutprobe bestehen will: einen Einbruch. Die Sache eskaliert, schließlich steht die Fremdenpolizei vor der Tür: "Deine Familie wird in Deutschland nur geduldet." Damit sie bleiben darf, muss Ali Sozialdienst verrichten - ausgerechnet mit Alexander.

Den deutschen Filmpreis für den besten Kinderfilm gab es für Kashins generationenübergreifendes Drama, Arte zeigt ihn im Hauptabendprogramm für Erwachsene. Zu Recht. Berührend, vor allem durch das großartige Ensemble. (prie, DER STANDARD, 10.5.2013)

  • Der 14-jährige Ali (Neil Belakhdar) überwindet seine Vorurteile: "Kaddisch für einen Freund".
    foto: arte

    Der 14-jährige Ali (Neil Belakhdar) überwindet seine Vorurteile: "Kaddisch für einen Freund".

Share if you care.