Prozess in Wien: "Bambi" und der Diebstahl

9. Mai 2013, 19:30
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Sängerin klagte erfolgreich gegen Zeitungsbericht

Wien - Nina Bruckner will gar nicht prominent sein. Beziehungsweise nur dann, wenn sie als "Bambi", Ex-Lebensabschnittspartnerin von Richard Lugner, auf Festivitäten eingeladen wird oder als Frontfrau von "Bambie und die Madl Wadln" Lieder wie "Hallo Herr Wurzer" trällert. Berichtet "Heute" dagegen Unerfreulicheres über sie, wird sie unrund. Und klagt die Zeitung.

Mit Ladendiebstahl in Verbindung gebracht

Es geht um zwei Artikel, in denen Bruckner mit einem Ladendiebstahl in Verbindung gebracht wurde. "Um was ging es bei diesem Vorfall?", will Richter Hartwig Handsur am Wiener Straflandesgericht daher von der 30-Jährigen wissen. "Ich war mit meinem Mann und den Kindern einkaufen", schildert sie. Aus Unachtsamkeit sei eine DVD auf dem Kinderwagen zu liegen gekommen, die ihr Mann nicht bezahlt habe.

An der Kassa sei sie gar nicht dabei gewesen, dennoch habe ein Detektiv das Paar aufgehalten und die Polizei verständigt. "Der war ein bisschen hantig", erklärt Bruckner, warum sie trotz ihrer selbsterklärten Unschuld ein Formular unterschrieben und 192 Euro Bußgeld gezahlt habe.

15.000 Euro Strafe

"Heute" erfuhr davon und veröffentlichte die Geschichte unter Titeln wie "Ladendetektiv erwischte Nina Bruckner" oder "Lugner-Ex bei Diebstahl ertappt." Der Redakteur argumentiert, er habe bei der Polizei recherchiert, die ihm den Vorfall bestätigt habe. Versuche, Bruckner zu erreichen, hätten nicht gefruchtet. Sie bestreitet, je angerufen worden zu sein.

Handsur urteilt relativ hart: Er verhängt eine nicht rechtskräftige Strafe von 15.000 Euro. Obwohl Teile der Artikel im Konjunktiv sind, sei die Unschuldsvermutung verletzt worden, begründet er. Und er ist der Meinung, dass der Identitätsschutz nicht eingehalten worden sei. Dass sie gar nicht prominent ist, hat "Bambi" daher nun amtlich. (moe, DER STANDARD, 10.5.2013)

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