Team Stronach: Ein Anruf aus Kanada

Kommentar9. Mai 2013, 19:41
68 Postings

Gabmann ist aus dem Team Stronach ausgeschieden, sein Mandat behält er trotzdem

Erinnert sich noch jemand an Karin Prokop? Um den Jahreswechsel tauchte ihr Name erstmals im Zusammenhang mit dem Team Stronach auf, ebenso wie jener von Ernest Gabmann junior. Die Sprösslinge zweier früherer VP-Politiker sollten mit ihren bekannten Namen Stimmen bringen - und die Schwarzen ärgern.

Das funktionierte nur bedingt. Prokop kandidierte erst gar nicht, ihre Karriere beim Team Stronach war vorbei, bevor sie begonnen hatte; und nun hat Gabmann die Obmannschaft des niederösterreichischen Landes-Teams zurückgelegt. Irgendwie dürfte er beim Parteigründer durchgefallen sein: Am Wahlabend war er noch designierter Landesrat, danach zumindest designierter Klubobmann. Doch immer hatte Frank letztlich einen anderen Personalwunsch.

In den Bezirken rumort es derweil gewaltig, dort und da gab es Rücktritte; es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis auch der Landtagsklub implodiert. Den Abgeordneten kann's egal sein, sie sitzen für fünf Jahre auf ihrem Mandat, auch der mehrfach geschasste Gabmann denkt nicht daran, es zurückzulegen. Der demokratiepolitisch wichtige Grundsatz des freien Mandats erhält damit einen seltsamen Geruch: Geht es den Neopolitikern wirklich um die Sache? Oder doch um die angenehme Abgeordneten-Apanage? Sie bietet zumindest eine gewisse Sicherheit in einer Partei, in der ein Anruf aus Kanada jede Karriere beenden kann. Und das hat mit Demokratie rein gar nichts zu tun. (Andrea Heigl, DER STANDARD, 10.5.2013)

Share if you care.