Jemen: Dominik N. und zwei finnische Geiseln sind frei

9. Mai 2013, 20:11
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Entführter Österreicher und finnisches Pärchen nach ihrer Freilassung im Heeresspital in Wien - Außenamt bestreitet Lösegeldzahlung

Sanaa/Maskat/Wien - Beinahe ein halbes Jahr nach ihrer Entführung in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind zwei Finnen und ein Österreicher wieder in Freiheit. Das bestätigte das Wiener Außenamt auf Anfrage des STANDARD am Donnerstagabend.

Dominik N. (26) und das mit ihm am 21. Dezember gekidnappte finnische Paar seien bereits am Mittwoch von ihren Entführern freigelassen worden, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums: "N. wird medizinisch und psychologisch betreut, ist aber in guter Verfassung." Die drei Freigelassenen seien in die omanische Hauptstadt Maskat überstellt worden. Am Donnerstag kamen sie in Wien an und wurden im Wiener Heeresspital behandelt.

Lösegeld

Laut Außenamt seien die omanischen Behörden bei der Befreiung federführend beteiligt gewesen. Lösegeld sei keines geflossen, man habe nur "alle diplomatischen Kanäle genützt, die zur Verfügung gestanden sind". Die Nachrichtenagentur Reuters meldete allerdings unter Berufung auf omanische Quellen, dass die Regierung in Maskat sehr wohl Geld an die Entführer gezahlt habe. Diese hätte sich geweigert, die genaue Summe zu nennen, die geflossen sei. Es sei aber für alle drei Geiseln Lösegeld bezahlt worden, zitierte Reuters auch einen jemenitischen Sicherheitsbeamten.

Wer die Kidnapper nun genau waren, ist laut Außenministerium ebenfalls nicht bekannt. Es wurde gemutmaßt, dass die zwei Finnen und der Wiener Dominik N. durch mehrere Hände gegangen sind und auch die Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel bei der Entführung im Spiel gewesen sei. Im Februar appellierten die Eltern des Studenten an die Kidnapper, ihren Sohn umgehend freizugeben.

"Tag der Erleichterung"

"Heute ist ein Tag der Erleichterung und der Freude für Dominik N. und seine Familie. Wir freuen uns mit ihr, dass diese langen Wochen der Ungewissheit nun ein Ende gefunden haben und dass es uns gelungen ist, die sichere und gesunde Rückkehr des Österreichers in die Heimat zu erreichen", erklärten Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger. (pra, DER STANDARD, 10.5.2013)

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    Ein im Februar veröffentlichtes Video  zeigt den im Jemen verschleppten Österreicher.

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    Der Österreicher und die beiden Finnen wurden im Zentrum der jemenitischen Hauptstadt Sanaa entführt.

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