Conwert-Aktionäre ließen Haselsteiner abblitzen

9. Mai 2013, 17:21
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Bei der Hauptversammlung wurde der Antrag von Hans Peter Haselsteiners Albona auf Aufstockung abgeschmettert

Die Immogesellschaft Conwert wird weiterhin mit fünf Kontrolloren auskommen. Bei der Hauptversammlung wurde der Antrag von Hans Peter Haselsteiners Albona auf Aufstockung abgeschmettert.

Wien - Noch-Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner hat in der Immo-Gesellschaft Conwert eine Niederlage erlitten. Bei der Hauptversammlung, die am Mittwoch im Haus der Industrie in Wien stattfand, wurde der Antrag auf Aufstockung des Verwaltungsrats von fünf auf sechs Mitglieder abgeschmettert.

Wie berichtet hatte die Haselsteiner zuzurechnende Conwert-Aktionärin Albona Ltd. (24,4 Prozent) das beantragt. Doch die erforderliche Dreiviertelmehrheit für den Beschluss kam nicht zustande; nur 46,6 Prozent des anwesenden Grundkapitals haben dem Albona-Antrag zugestimmt. (Anwesend bei der Aktionärsversammlung waren rund 60 Prozent des Kapitals.) Haselsteiner wollte eigentlich Clemens Schneider, den Chef der Westbahn-Mutter Rail Holding AG (gehört zu 35 Prozent der Haselsteiner-Familien-Privatstiftung) ins Kontrollgremium der als Société Europeenne geführten Conwert Immobilien Invest schicken. Zur Abstimmung dieses Antrags kam es - mangels Aufstockungsbeschluss - nicht.

Der Grund für die geplante Erweiterung des Verwaltungsrats der Immobiliengesellschaft war mit dem "umfangreichen Aufgabenkatalog des Verwaltungsrats und der Wachstumsstrategie der Conwert" beschrieben worden.

Eine Argumentation, die Minderheitsaktionär Alexander Proschofsky "für völlig absurd" hält. Seit dem Einstieg Haselsteiners im Jahr 2010 habe sich der Aufgabenkatalog eher verringert, denn zwischen Juni 2010 und Dezember 2012 seien Zahl der Immobilien um 16 Prozent, Mieteinheiten um 17 Prozent und die Nutzfläche um sechs Prozent gesunken. Und, so Proschofsky zum Standard: Haselsteiner seien sowieso schon der Verwaltungsratschef Johannes Meran und zwei weitere Aufsichtsratsmitglieder zuzuordnen, "ich freue mich, dass es nicht zu einer noch weiteren Machtausdehnung des 25-Prozent-Aktionärs gekommen ist". Was der bekanntermaßen aufmüpfige Aktionär in der Conwert dagegen vermisst: "Die Fähigkeit zur Umsetzung einer für alle Aktionäre wertsteigernden Strategie." Haselsteiner war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Grünes Licht für Geldspritze

Zur Erinnerung: Die Conwert hat 2012 mit einem Verlust von 24 Mio. Euro beendet. Die wesentliche Ursache dafür lag an einer Strategieänderung. Zuletzt hat die Conwert eine große Shoppingtour in Deutschland unternommen. Sie hat 76 Prozent der Hamburger Kommunale Wohnen AG gekauft - und mit ihr fast 10.000 Wohnungen, zum Teil in eher entlegenen Gebieten. Die Geldzufuhr für weitere Engagements haben die Aktionäre am Mittwoch ermöglicht. Mit hauchdünnen 75,3 Prozent (erforderlich: 75 Prozent) haben sie einen Vorratsbeschluss für eine Kapitalerhöhung abgesegnet. (Renate Graber, DER STANDARD, 10.5.2013)

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    Der Industrielle und Investor Hans Peter Haselsteiner wollte Westbahn-Chef Clemens Schneider in den Conwert-Aufsichtsrat entsenden. Dieser Plan ist gescheitert.

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