Zwei Drittel der jungen Griechen ohne Job

9. Mai 2013, 15:50
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Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen schnellt auf 64 Prozent hoch. Anreize, Junge anzustellen, bleiben erfolglos

Athen - Weltweit steigt laut Vereinten Nationen die Jugendarbeitslosigkeit. Besonders heftig trifft es die Euro-Sorgenkinder, wie neue Zahlen aus Griechenland und Portugal zeigen. Nur etwa jeder dritte Jugendliche in Griechenland hat eine Arbeit. Wie das Statistische Amt (Elstat) mitteilte, stieg die Jugendarbeitslosigkeit im Februar auf 64,2 Prozent. Anreize, Jugendliche einzustellen, zeigten offenbar keine Wirkung. Die Regierung in Athen senkte beispielsweise den monatlichen Mindestlohn für unter 25-Jährige auf 500 Euro, um Firmen zur Beschäftigung von Jugendlichen zu animieren.In Portugal waren im ersten Quartal 2013 rund 42 Prozent der unter 24-Jährigen ohne Job.

Weltweit werde die Jugendarbeitslosigkeit 2013 durchschnittlich 12,6 Prozent betragen - nach 12,4 Prozent im Vorjahr, erwartet die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in einem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Trendbericht. Etwa 73,4 Millionen 15- bis 24-Jährige werden demnach 2013 ohne Job sein. Die ILO warnte, das Wohlergehen einer ganze Generation sei gefährdet. Immer mehr Jugendliche würden den sozialökonomischen und politischen Systemen ihrer Staaten misstrauen, wie Massenproteste in Spanien und Griechenland gegen Sparmaßnahmen der Regierungen zeigten.

Über dem weltweiten Durchschnitt liegt den Angaben zufolge die Jugendarbeitslosigkeit in den Industriestaaten einschließlich der EU, wo sie zwischen 2008 und 2012 um fast ein Viertel auf 18,1 Prozent gestiegen sei. Nur in sechs Industriestaaten sei die Quote geringer als zehn Prozent.

Österreich mit Deutschland gleichauf

In Österreich lag die Quote bei der Jugendarbeitslosigkeit im März laut EU-Statistikamt Eurostat bei 7,6 Prozent, nach 8,4 Prozent im Vormonat Februar. Österreich lag damit gleich auf mit Deutschland, das die Monate davor stets den niedrigsten Wert Europas verzeichnet hatte.

Zu den dramatischen Zahlen in Griechenland sagte Finanzminister Ioannis Stournaras am Donnerstag, die Talfahrt der Wirtschaft werde 2014 ein Ende haben. Damit werde auch die Arbeitslosigkeit zurückgehen. Erste positive Zeichen habe es bereits gegeben: Im April 2013 sind nach offiziellen Angaben 29.000 Menschen mehr eingestellt als entlassen worden.

In Portugal stieg die Arbeitslosigkeit insgesamt auf den Rekordstand von 17,7 Prozent. Nach dem Bericht der INE waren zum 31. März mehr als 952.000 Menschen im ärmsten Land Westeuropas als arbeitssuchend gemeldet.Anreize, Jugendliche einzustellen, zeigten offenbar keine Wirkung. Die Regierung in Athen senkte beispielsweise den monatlichen Mindestlohn für unter 25-Jährige auf 500 Euro, um Firmen zur Beschäftigung von Jugendlichen zu animieren.

Insgesamt kletterte die Arbeitslosenquote auf 27 Prozent und hat sich damit seit dem Ausbruch der Schuldenkrise des Landes 2009 verdreifacht. Im europäischen Vergleich ist sie mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnittswert der Eurozone, der zwölf Prozent beträgt. Griechenland steckt das sechste Jahr in der Rezession. Es wird erwartet, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr zwischen 4,2 und 4,5 Prozent sinkt. Im Gegenzug für internationale Hilfsgelder ist Griechenland gezwungen, Steuern zu erhöhen und weniger auszugeben. (APA/Reuters, 9.5.2013)

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    Insgesamt hat sich die Arbeitslosenquote in Griechenland seit dem Ausbruch der Schuldenkrise 2009 verdreifacht.

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