3D-Druck-Waffe: Vorlage über 100.000 Mal heruntergeladen

9. Mai 2013, 11:28
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Entwickler wählten Mega zur Verbreitung, u.a. weil sie mit Gründer Dotcom sympathisieren - Update: Vorlagen entfernt

Die erste komplett mit einem 3D-Drucker herstellbare Waffe hat in den vergangen Tagen für viel Aufregung und Kritik gesorgt. Die im Web verfügbaren Vorlagen für die Liberator sind innerhalb von zwei Tage bereits über 100.000 Mal heruntergeladen worden. 

Populärste Waffen-Pläne bisher

Die Gruppe Defense Distributed hatte schon zuvor Baupläne für Komponenten einer AR-15 oder einer AK-47 online verfügbar gemacht. So oft wie die CAD-Files der Liberator seien sie jedoch nicht heruntergeladen worden, erklärt Haroon Khalid von Defense Distributed gegenüber Forbes.

"Sympathisieren mit Kim Dotcom"

Zur Verbreitung der Dateien hat sich die Gruppe einen (wenngleich auf andere Art) ebenfalls kontroversiellen Dienst gesucht: Kim Dotcoms Online-Speicher Mega. Und das nicht nur ausschließlich, weil der Dienst kostenlos und schnell sei. Cody Wilson, Gründer der Gruppe, fühle eine gewisse Verbundenheit zum Mega-Gründer. "Wir sympathisieren mit Kim Dotcom." Der in Neuseeland lebende gebürtige Deutsche ist in den USA wegen Urheberrechtsverletzung angeklagt.

Viele Downloads aus Spanien

Waffen einfach ausdrucken zu können hat die Diskussion um die Waffengesetze in den USA angeheizt. Khalid zufolge seien die Files zunächst allerdings gar nicht in den USA am öftesten heruntergeladen worden, sondern in Spanien. Erst später hätten die Downloads aus den USA zugenommen. Daneben seien die Files auch sehr oft von Nutzern aus Brasilien, Deutschland und Großbritannien geladen worden. Genaue Zahlen gibt es nicht. Mittlerweile werden die Dateien auch über Pirate Bay verbreitet.

Großes Interesse an 3D-Druck(-Waffen)

Die zahlreichen Downloads spiegeln vor allem die Neugier um 3D-Druck(-Waffen) wider. Das YouTube-Video zur Liberator wurde innerhalb von drei Tagen fast drei Millionen Mal angesehen. Dass nun zehntausende Personen mit selbstgebastelten Waffen herumlaufen, ist hingegen nicht zu befürchten, da nach wie vor nur wenige Zugang zu 3D-Druckern haben. In den USA wird vorsorglich dennoch bereits ein Verbot von Waffen gefordert, die nicht mit herkömmlichen Metall-Detektoren aufgespürt werden können. (red, derStandard.at, 9.5.2013)

Update: 10.6.2013

Auf Druck der US-Regierung musste Defense Distributed die Vorlagen von der Website entfernen. Mehr dazu lesen Sie hier.

  • Die Baupläne für die Liberator wurden innerhalb von zwei Tagen bereits 100.000 Mal heruntergeladen.
    foto: defense distributed

    Die Baupläne für die Liberator wurden innerhalb von zwei Tagen bereits 100.000 Mal heruntergeladen.

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