Bakterien enthalten Spuren einer Supernova

11. Mai 2013, 18:00
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2,2 Millionen Jahre alte Bakterien-Fossilien enthalten Isotop, das bei der Explosion eines Sterns entstanden sein dürfte

München - Münchner Forscher haben erstmals Spuren einer Supernova in fossilen Bakterien entdeckt. In den Resten der Mikroben fand das Team der Technischen Universität München (TUM) ein radioaktives Eisenisotop, das praktisch nur in Supernovae gebildet werden kann. Es sei die erste nachgewiesene biologische Signatur einer Sternenexplosion, teilte die TUM in Garching bei München mit. Altersanalysen zufolge ist der Stern vor etwa 2,2 Millionen Jahren explodiert - auf der Erde ging damals gerade die Ära des Australopithecus zu Ende.

Bei Supernovae schleudern die Sterne in einer gigantischen Explosion einen Großteil ihrer Masse ins Weltall. Das radioaktive Eisenisotop Fe-60 entsteht fast ausschließlich in solchen Sternenexplosionen. Seine Halbwertszeit ist mit 2,62 Millionen Jahren so kurz, dass es auf der Erde nicht vorkommen dürfte - außer es wurde von außen "importiert". Die Wissenschafter fanden das Isotop in Magnetit-Kristallen einer Bakterienart, die in den oberen Sedimentschichten der Ozeane lebt. Die Bakterien reichern Eisen in winzigen Magnetit-Kristallen an, um sich damit im Erdmagnetfeld zu orientieren.

These verifiziert

Der Astro-Kernphysiker Shawn Bishop hatte die These aufgestellt: Wenn die Erde je mit einer Supernova in Kontakt gekommen wäre, so müsste in den fossilen Überresten dieser Bakterien Fe-60 zu finden sein. Um diese Vermutung zu überprüfen, untersuchten Bishop und seine Kollegen 1,7 Millionen bis 3,3 Millionen Jahre alte Teile eines Tiefseebohrkerns aus dem Pazifischen Ozean.

Sie entnahmen Proben aus unterschiedlichen Tiefen, die aus unterschiedlichen Zeiten stammen. Aus diesen lösten sie chemisch die fossilen Bakterienreste heraus - und damit auch das Supernova-Eisen.

Um die bisherigen Ergebnisse über die Supernova-Spuren zu bestätigen, bereiten Bishop und sein Team nun die Analyse eines zweiten Bohrkerns mit einer zehnfachen Menge an fossilen Bakterien vor. Dabei wollen sie noch genauer herausfinden, wie alt die Fe-60-Reste sind - und wann somit die Supernova stattgefunden hat. (APA/red, derStandard.at, 11. 5. 2013)

  • Bei einer Supernova wird Material ins All geschleudert, das später anderswo niedergehen und absorbiert werden kann. Hier im Bild die Supernova Cassiopeia A in rund 11.000 Lichtjahren Entfernung, die jedoch viel zu jung ist, um in den nun untersuchten Bakterien-Fossilien Spuren hinterlassen zu haben.
    foto: nasa/jpl-caltech/steward/krause et al.

    Bei einer Supernova wird Material ins All geschleudert, das später anderswo niedergehen und absorbiert werden kann. Hier im Bild die Supernova Cassiopeia A in rund 11.000 Lichtjahren Entfernung, die jedoch viel zu jung ist, um in den nun untersuchten Bakterien-Fossilien Spuren hinterlassen zu haben.

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