Menschengroßes Exemplar Indiz für Artenvielfalt der Klein-Dinos

9. Mai 2013, 17:39
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Forscher finden Überreste eines kleinwüchsigen Verwandten des Pachycephalosaurus

Ottawa - Das Massenaussterben vor 65 Millionen Jahren haben fast nur Arten von geringer Körpergröße überlebt. Auch von den Dinosauriern blieben als einzige Gruppe die Vögel übrig. Dass die anderen Entwicklungslinien der Dinosaurier samt und sonders ausgestorben sind, dürfte auch daran gelegen haben, dass ihre Vertreter zu groß für die Folgeerscheinungen der damaligen Katastrophe waren.

Der kleinste bekannte Dinosaurier, der nicht zu den Vögeln zählt, war der 200 Gramm leichte Microraptor. Insgesamt sind bislang aber nur wenige Dinosaurier-Spezies dieser Größenordnung bekannt. Unklar ist bislang noch, ob dies daran liegt, dass es tatsächlich mehr große als kleine Dinosaurier gab, oder ob die Überreste kleiner Dinosaurier die Jahrmillionen weniger gut überstanden. Dinosaurierknochen waren verhältnismäßig leicht gebaut. So könnten gerade die Knochen kleiner Dinosaurier leicht von Fleischfressern zermalmt oder von der Witterung zerstört worden sein, bevor sie zu Fossilien werden konnten.

Nicht winzig, aber gemäßigt groß

Zumindest eine Größenordnung darüber - für Säugetiere mittelgroß, für Dinosaurier immer noch klein - könnte die Artenvielfalt aber größer gewesen sein als bisher gedacht. Zu diesem Schluss kommen Wissenschafter in einer im Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlichten Studie, in der sie eine neue, kleine Dinosaurierart vorstellen. "Wenn wir auf die Dinosaurierzeit blicken, fokussieren wir uns leicht auf große Tiere wie den T. Rex", schreibt David Evans von der Naturkundeabteilung des kanadischen Royal Ontario Museum. "Es gibt aber immer mehr Hinweise darauf, dass die Erdoberfläche auch von vielen kleinen Dinosauriern bewohnt war."

Die in dem Fachartikel vorgestellte Dinosaurierspezies Acrotholus audeti war laut den Forschern rund 1,80 Meter groß und wog 40 Kilogramm. Sie gehört zur Gattung Pachycephalosaurus, die durch ihr kuppelförmig verdicktes Schädeldach charakterisiert ist. Wegen der massiven Knochen des Schädels werden immer wieder Fossilien dieser Gattung entdeckt. Der namensgebende Verwandte Pachycephalosaurus wurde deutlich größer, an die sechs Meter.

Acrotholus audeti hatte eine mehr als zehn Zentimeter dicke, kuppelförmige Schädeldecke, die womöglich bei Kämpfen gegen Artgenossen zum Einsatz kam. Der Pflanzenfresser bewegte sich vermutlich auf seinen Hinterbeinen fort und lebte vor rund 85 Millionen Jahren. Die Fossilien des Dinosauriers wurden im Süden der kanadischen Provinz Alberta gefunden. (APA/red, derStandard.at, 9. 5. 2013)

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