Nokia-Chef: "Ist Apple noch cool?"

9. Mai 2013, 10:23
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Aktionäre raten Nokia, von Windows Phone zu Android zu wechseln - CEO Stephen Elop lehnt das ab

Nokias Aktionäre sind unzufrieden mit CEO Stephen Elop. Sie haben harte Kritik am Kurs des Unternehmens geäußert, weiterhin ausschließlich auf Windows Phone zu setzen. Nokias Verkäufe der Lumia-Smartphones wachsen zwar, liegen jedoch weit hinter der Konkurrenz. Gleichzeitig bricht der Markt mit einfacheren Geräten weg. Beobachter raten dem Unternehmen einmal mehr, sich mit Android anzufreunden.

Strategiewechsel 2011

Der frühere Microsoft-Manager Elop hatte die Führung des finnischen Konzerns im September 2010 übernommen. Im Februar 2011 folgte die Bekanntgabe, dass man künftig auf Windows Phone statt Symbian setzen werde. Oktober 2011 präsentierte Nokia die ersten Lumia-Modelle mit Microsofts Betriebssystem. 

Vor allem in Entwicklungsmärkten versucht Nokia mit der billigen Asha-Reihe gegen Android zu punkten. Ein neues Modell, das Asha 501 um 99 US-Dollar, hat der Konzern erst am Donnerstag präsentiert.

Verluste und sinkender Aktienkurs

Der Marktanteil der Windows-Plattform hat es bislang allerdings nicht in den zweistelligen Bereich geschafft. Unter Elop hat der Konzern 3,8 Milliarden Euro Verlust eingefahren, der Aktienkurs ist um 60 Prozent eingebrochen. Im ersten Quartal 2013 verkaufte das Unternehmen 5,6 Millionen Lumia-Smartphones. Apple etwa konnte im selben Zeitraum 37,4 Millionen iPhones anbringen.

"Ist Apple noch cool?"

Auch Nokias Image sehen die Aktionäre angekratzt. Der Konzern würde nicht die gleiche "Begeisterung und das Charisma" versprühen, wie das bei Apple der Fall sei, zitiert das Wall Street Journal vom Investorentreffen. Stärke und Erfolg Apples seien zwar zu würdigen, so Elop. Aber auch beim großen Konkurrenten sei der Aktienkurs gesunken und das iPhone 5 würde nur kleine Neuerungen bieten. "Ist Apple noch cool?", kontert Elop.

Rufe nach Android

Wie schon zuvor wird Nokia erneut nahegelegt, doch auf Android zu wechseln oder damit zumindest ein weiteres Standbein neben Windows Phone und den billigen Asha-Modellen zu schaffen. John Paczkowski vom WSJ-Blog AllThingsD fasst den Tenor des Investorentreffens zusammen: Es sei Zeit für Nokia, zu Android zu wechseln. "Warum besteht Nokia weiterhin auf Windows Phone, wenn Samsung mit Googles Android so großen Erfolg hat?" Android dominiert aktuellen Zahlen zufolge 64,2 Prozent der weltweiten Smartphone-Verkäufe.

Kurs einzementiert

Für den Nokia-Chef kommt ein Wechsel zu Android jedoch nicht in Frage. Den unzufriedenen Aktionären erklärte er, dass man sich für Windows Phone entschieden habe und damit gegen Konkurrenz durch Samsung und Android auftreten wolle. Nokias Kurs ist damit einzementiert. (br, derStandard.at, 9.5.2013)

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    Nokia-CEO Stephen Elop hält an Windows Phone fest, während Beobachter und Aktionäre zu Android raten.

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