Grillen: Experten warnen vor Brandbeschleunigern

8. Mai 2013, 13:50
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Die meisten Grill-Unfälle lassen sich durch einfache Sicherheitsvorkehrungen vermeiden - Experten geben Tipps

Tübingen - In Österreich verletzen sich pro Jahr etwa 1.000 Personen beim Grillen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei knapp der Hälfte dieser Verletzungen handelt es sich um Verbrennungen. Experten warnen vor allem vom Einsatz sogenannter Brandbeschleuniger wie Spiritus, Benzin oder Alkohol, durch die sich blitzartig meterhohe und über 1000 Grad heiße "Flammenwände" im Umkreis von bis zu drei Metern entwickeln können.

Kinder sind allein durch ihre Größe besonders häufig von Verbrennungen im Gesicht, am Hals und der Brust bertroffen, betonen Vertreter der "Initiative für brandverletzte Kinder" und der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH). "Die Haut von Kindern ist deutlich dünner als jene von Erwachsenen. Deshalb erleiden Kleinkinder auch viel schneller tiefere und schwerere Brandverletzungen", erläutert die Kinderchirurgin Verena Ellerkamp vom Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Tübingen. Zudem wachsen Brandnarben kaum mit und behindern mitunter das Wachstum und die Beweglichkeit, so dass sogar Korrekturoperationen und weitere Behandlungen bis ins Erwachsenenalter notwendig sein können.  

Ausmaß und Tiefe einer Brandverletzung erschließen sich oft erst bei der Untersuchung durch einen Arzt. "Auch scheinbar kleinflächige Verbrennungen können für Kinder sehr gefährlich sein", ergänzt Ellerkamp.

Tipps für Erste Hilfe und sicheres Grillvergnügen

Das wirksames Erste-Hilfe-Mittel zur Schmerzlinderung bei Verbrennungen ist Wasser: Über die verbrannten Stellen sollten Betroffene sofort für zehn bis 15 Minuten Wasser laufen lassen, das nicht kälter als 20 Grad Celsius ist. Kleinere oberflächliche Verletzungen ersten Grades äußern sich durch gerötete Haut und verursachen höchstens kleine Blasen. Sie heilen in der Regel folgenlos innerhalb von drei bis zehn Tagen auch ohne ärztliche Hilfe ab. Schwerwiegendere Brandverletzungen sollten umgehend medizinisch versorgt werden, so die Experten von der DGKCH.

Viele Unfälle wären meist durch einfache Vorkehrungen vermeidbar: So sollten niemals Brandbeschleuniger zum Anzünden oder Entfachen der Grillglut verwenden werden. Eine gute Alternative bieten hier CE-geprüfte Grillanzünder oder schlichtweg etwa 30 Minuten Geduld, bis die Kohle glüht.

Darauf achten, dass der Grill stabil aufgestellt ist und sich ein Kübel mit Sand, ein Feuerlöscher oder eine Löschdecke in Reichweite befindet. Nach dem Grillvergnügen die heiße Glut der Holzkohle nie unbeaufsichtigt lassen oder gar vergraben, bevor sie vollständig ausgekühlt ist. (red, derStandard.at, 8.5.2013)

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    Von Brandbeschleunigern wie Spiritus, Benzin oder Alkohol raten Experten dringend ab.

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