Hoffnungsschimmer im Kampf gegen Multiple Sklerose

8. Mai 2013, 12:27
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Wissenschaftler konnten das Wachstum von Gehirnzellen stimulieren - damit steigt die Hoffnung für neue Therapieansätze bei neuronalen Erkrankungen

Erlangen - Forschern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ist es zusammen mit Kollegen der Uni Mainz sowie der Ludwig-Maximilians-Universität München gelungen, das Wachstum bestimmter Gehirnzellen zu stimulieren.

Das Gehirn von Erwachsenen kann sich nur in einem sehr geringen Umfang regenerieren. Die Ausnahme sind einige Regionen, in denen die dort ansässigen Stammzellen neue Gehirnzellen bilden: Einerseits sind das Nervenzellen, die für die Informationsweitergabe zuständig sind, andererseits Gliazellen, die ganz unterschiedliche Aufgaben im Gehirn übernehmen. 

Vermehrung der Oligodendrozyten

Beispielsweise bilden sogenannte Oligodendrozyten Myelinscheiden, die die Nervenzellfortsätze umhüllen. Diese Markscheiden wirken als eine Art Schutzmantel, ähnlich der Isolierschicht eines Kabels. Sie helfen dabei, die elektrischen Impulse zwischen den Nervenzellen ungestört zu übertragen. Für die zielsichere, schnelle Weitergabe von Signalen im Gehirn - aber auch im Rückenmark - sind intakte Myelinscheiden äußerst wichtig. Bei der Multiplen Sklerose sterben die Oligodendrozyten ab. - Die Folge sind die für die Krankheit typischen neuronalen Funktionsstörungen.

Die Forschergruppe hat nun ein Signal identifiziert, das im Modell die Vermehrung der Oligodendrozyten im Gehirn stimuliert. Wird dieser Übertragungsweg blockiert, bildet das Gehirn umgekehrt keine neuen Oligodendrozyten. Die Wissenschaftler wollen diese Erkenntnisse nutzen, um bei neurologischen Krankheiten wie der Multiplen Sklerose die abgestorbenen Oligodendrozyten durch neu gebildete Zellen zu ersetzen. (red, derStandard.at, 8.5.2013)

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