Nokia: Windows Phone bis zum bitteren Ende

8. Mai 2013, 10:17
398 Postings

Kein Plan B, die Investoren verlieren die Geduld mit dem finnischen Konzern

Windows Phone, das mobile Betriebssystem von Microsoft, sammelt zwar langsam mehr Marktanteile, liegt dabei global aber insgesamt immer noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Gemäß der letzten comScore-Statistik bei drei Prozent, laut Kantar wiederum 5,6 Prozent im ersten Quartal 2013.

Investoren werden unruhig

Die Hersteller von entsprechenden Endgeräten teilen sich also immer noch eine eher bescheidene Masse an Kunden. Während Samsung, Huawei und HTC ihr Geld hauptsächlich mit Android-Geräten verdienen, ist diese Situation für Nokia immer problematischer. Denn, so ist bei ZDNet nachzulesen, den Investoren geht langsam die Geduld aus.

"Du bist ein netter Kerl. Aber offensichtlich reicht das nicht." So zitiert Reuters einen der Aktionäre des finnischen Konzerns am jährlichen Investorentreffen. Die Worte waren laut Reuters an niemand anderen gerichtet, als Nokias CEO, Stephen Elop. Vor zwei Jahren hat sich der finnische Konzern, der Mitte des letzten Jahrzehnts noch mit Abstand der größte Handyhersteller war, an Windows Phone gebunden.

"All-In" mit Windows Phone

Eine Strategie die trotz gestiegener Verkäufe bei den Lumia-Smartphones bislang finanziell nicht aufgegangen ist. "Ihr Schicksal liegt allein in Windows Phone", so ein weiterer Investor. Doch daran wird sich, so Elop, auch nichts ändern. Das Commitment zu Microsofts Software ist hoch gepokert, oder wie man im Jargon dieses Kartenspiels sagen würde: "All-In" – alles oder nichts. Es gibt keinen Plan B.

Nachdem Elop in der Vergangenheit mehrmals andeutete, dass Nokia möglicherweise einmal auch einmal Geräte mit anderen Betriebssystemen bauen könnte – zumindest weigerte er sich, dies dezidiert auszuschließen – findet er nun doch eindeutige Worte. "Es ist klar für uns, dass wir uns in diesem Krieg der Ökosysteme dafür entschieden haben, unseren Fokus mit unseren Lumia-Produkten auf Windows Phone zu legen", so der CEO. "Und damit treten wir gegen Konkurrenten wie Samsung und Android an."

Einstiges Kerngeschäft bricht weg

Zwar verkaufen sich die Lumia-Phones immer besser, jedoch bricht gleichzeitig das Geschäft mit Featurephones immer stärker weg, da immer mehr Kunden beim Neukauf zu einem Smartphone greifen. Insbesondere im Bereich der billigen Einsteigergeräte ist Android derzeit praktisch konkurrenzlos.

Nokia hat neben Windows Phone kein zweites Pferd im Stall, auf das man setzen könnte. Und will auch weiter an dieser Strategie festhalten, obwohl die Investoren zunehmend auf bessere Ergebnisse und einen Wandel pochen. Ob und wie lange dies noch gutgeht, wird wohl spätestens beim nächsten Quartalsbericht klarer werden. (red, derStandard.at, 08.05.2013)

Links

ZDNet

Nokia

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Investoren verlieren zunehmend die Geduld mit Nokia und seinem CEO, Stephen Elop.

Share if you care.