Polizei war mehrmals beim Haus des Entführers von Cleveland

8. Mai 2013, 10:40
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Hauptverdächtiger Ariel C. war 1993 wegen häuslicher Gewalt festgenommen worden

Cleveland - Nach der Befreiung von drei entführten Frauen aus jahrelanger Gefangenschaft am Montag werden immer neue Details über den Hauptverdächtigen bekannt. So war der 52-jährige ehemalige Schulbusfahrer Ariel C. bereits 1993 wegen häuslicher Gewalt verhaftet worden.

US-Medienberichten zufolge hatte seine damalige Ehefrau die Polizei gerufen. C. wurde jedoch nach Hinterlegung von 10.000 Dollar Kaution schnell wieder entlassen, Anklage wurde nicht erhoben.

Kind im Schulbus eingesperrt

Auch danach sollen Polizeibeamte zweimal zum Haus des Verdächtigen gekommen sein. Im März 2000 war der Anlass eine Schlägerei, die sich auf der Straße vor dem Haus abspielte. Und im Jänner 2004 - damals waren die Frauen vermutlich schon in dem Haus gefangen - wurde C. in Zusammenhang mit seiner Arbeit als Schulbusfahrer kontrolliert.

Er soll damals ein Kind beschimpft und im Schulbus zurückgelassen haben, um in einem Fastfood-Restaurant Mittagspause zu machen, berichteten mehrere US-Medien. Er sei zwar wegen des Vorfalls vorübergehend vom Dienst suspendiert, danach aber wieder eingestellt worden. Nach drei weiteren Beschwerden verlor er schließlich im November des Vorjahres seinen Job. Allerdings wurde seine Arbeit dazwischen immer wieder als "exzellent" bewertet, wie sein Arbeitgeber betont.

Mit Mädchen im Park

Nach seiner Scheidung, die auf seine Verhaftung im Jahr 1993 folgte, soll C. sehr zurückgezogen gelebt haben, heißt es in Medienberichten. In letzter Zeit sei er aber öfter mit einem kleinen Mädchen im Park und auf einem Spielplatz gesehen worden, sagten Nachbarn. Er habe das Kind als Tochter seiner Freundin ausgegeben. Laut Zeugenberichten handelte es sich dabei um die Tochter der befreiten Amanda B.

Wie die drei Frauen, die zwischen 2002 und 2004 entführt worden waren, in dem Haus gefangen gehalten wurden, war vorerst nicht bekannt. Der lokale Sender NewsChannel5 berichtete jedoch unter Berufung auf eine Polizeiquelle, dass es in der Zeit der Gefangenschaft fünf Schwangerschaften gegeben habe. Eines der Opfer habe zwei bis drei Fehlgeburten erlitten, weil es unterernährt gewesen sei. (Reuters/APA/red, derStandard.at, 8.5.2013)

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