Streit um geschützte Marke "Hackathon"

8. Mai 2013, 09:58
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Unternehmen mahnte Veranstalter ab und verlangte 2.500 Euro Lizenzgebühren - nach Kritik wurde eingelenkt

Im Rahmen von Hackathons kommen Software-Entwickler zusammen, um gemeinsam an neuen Projekten zu arbeiten. Das Wort setzt sich aus "Hack" und "Marathon" zusammen und kam erstmals Ende der 90er Jahre auf. In Deutschland hat sich ein Unternehmen das Wort als Marke schützen lassen und mehrere Veranstalter von Hackathons abgemahnt. Nach einiger Aufregung wurde eingelenkt.

Eingetragene Marke seit April

Die Berliner Event-Seite nachtausgabe.de hatte das Wort im April 2013 ohne Widerspruch registrieren lassen, wie aus dem Eintrag beim deutschen Patent- und Markenamt hervorgeht. Der Markenschutz besteht auf Dienstleistungen einer Werbeagentur, Kleidungsstücke, Bereitstellung des Zugriffs auf Informationen im Internet sowie Durchführung von Live-Veranstaltungen.

2.500 Euro Linzengebühr

Die Veranstalter des doctape Hackthons, der im Jänner in Hannover stattfand, hatten Anfang Mai eine Abmahnung der Recruiting- und Socialmarketing-Agentur Young Targets erhalten, einem Spin-off von nachtausgabe.de. In einem veröffentlichten Schreiben hieß es, dass der Veranstalter tape.io Gmbh die Verwendung des Wortes nachträglich lizenzieren müsse. Für die Erstlizenz seien 2.500 Euro fällig, für jede weitere Lizenzierung sollten 1.500 Euro anfallen.

Kritik

Im Netz sorgte das Vorgehen von Young Targets für Aufregung. Die Netz-Aktivistin Anke Domscheit-Berg übte auf Twitter scharfe Kritik an der Markeneintragung. "Ich kann einfach nicht fassen, WIE IRRE unser patent u markenamt entschieden hat. "Hackathon" ist jetzt geschützt." Auf Facebook wurde eine Gruppe gegründet, die die Löschung der Wortmarke verlangt.

Unternehmen lenkt ein

Die Aufregung hat gewirkt, denn mittlerweile hat das Unternehmen eingelenkt. Auf seiner Seite stellt Young Targets fest, dass für die Nutzung der Marke "Hackathon" in Deutschland in Zukunft doch keine Lizenzgebühren anfallen sollen. Das Unternehmen wollte eine gemeinnützige Organisation gründen, die "Einnahmen für die freie Tech-Szene" zur Veranstaltung von Hackathons verwalten sollte. Durch die Lizenzeinnahmen sollte die Plattform finanziert werden. 

Marke wird gelöscht

"Der Versuch, über ein Lizenzmodell Einnahmen für non-kommerzielle Zwecke einzunehmen, ist misslungen", heißt es in einer Stellungnahme. Insgesamt seien zehn Unternehmen angeschrieben worden, diese habe man bereits informiert, dass doch keine Gebühren zu zahlen sind. Die Marke werde nun wieder gelöscht. (Birgit Riegler, derStandard.at, 8.5.2013) 

  • Hackathons sollen auch in Deutschland ohne Lizenzgebühren für die Verwendung des Wortes veranstaltet werden dürfen, allerdings erst nach einiger Aufregung.
    foto: epa

    Hackathons sollen auch in Deutschland ohne Lizenzgebühren für die Verwendung des Wortes veranstaltet werden dürfen, allerdings erst nach einiger Aufregung.

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