Terroristenjagd im Grenzgebiet zu Algerien

7. Mai 2013, 20:56
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Einsatz von Polizei und Armee gilt 30 Verdächtigen

Tunis - In Tunesien machen Polizisten und Soldaten an der Grenze zu Algerien Jagd auf islamische Extremisten mit Verbindungen zur Al-Kaida. Der Einsatz der Sicherheitskräfte gelte etwa 30 Verdächtigen, die in der Stadt El Kef und am Bergmassiv Mount Chambi operierten, teilte das Innenministerium am Dienstag in Tunis mit. Die Extremisten seien dabei, Mount Chambi im Westen des Landes zu ihrem Hauptquartier zu machen, ergänzte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Dort hätten die Sicherheitskräfte Waffenlager ausgehoben, Material zum Bombenbau sowie Lebensmittel und Bücher sichergestellt.

Um die Bedeutung der Polizeiaktion zu unterstreichen, reiste Präsident Moncef Marzouki in die 220 Kilometer südwestlich von Tunis gelegene Region. Dort war es in jüngster Zeit wiederholt zu Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Islamisten gekommen. Auf der algerischen Seite der Grenze wurde die Armee Medienberichten zufolge in Alarmbereitschaft versetzt, um Extremisten am Grenzübertritt zu hindern.

Tunesien war jahrelang eines der säkularsten Länder der Welt, fühlt sich aber zunehmend durch Angriffe bedroht, die islamischen Extremisten zugeschrieben werden. Die Polizei macht die Fundamentalisten unter anderem für den Mord an einem Oppositionsführer verantwortlich. Das Attentat im Februar hatte die größten Massenproteste seit dem Sturz von Diktator Zine al-Abidine Ben Ali zur Folge. Auch in Algerien ist der nordafrikanische Ableger der Al-Kaida aktiv.

Der Mount Chambi ist mit 1544 Metern Höhe der höchste Punkt Tunesiens. Das Bergmassiv ist nur wenige Kilometer von Algerien entfernt. Die Straßen in der Region sind unbefestigt. (APA/Reuters, 7.5.2013)

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