Berlakovichs Inseratenkampagnen: Nicht mehr zeitgemäß

Kommentar7. Mai 2013, 19:06
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Die Zeiten haben sich geändert: Was vor zehn Jahren durchaus akzeptabel war, ist teilweise sogar verboten

Vielleicht hat Nikolaus Berlakovich ja recht: Das Phänomen, dass ganze Bienenvölker plötzlich absterben, tritt immer wieder auf - auch dort, wo Neonicotinoide, zu deren europaweitem Verbot sich der Minister so lange nicht bekennen wollte, gar nicht verwendet werden.

Aber das zählt nicht. Es zählt auch nicht das Argument, mit dem Berlakovich Inserate an die ÖVP-nahe Bauernzeitung vergeben hat: Natürlich ist das das beste Medium, bäuerliche Leser (die nun einmal zu drei Vierteln dem Bauernbund nahestehen) zu erreichen - aber das ist nur bei sachlichen Informationen, nicht bei Imagekampagnen sinnvoll.

Und dass man den Eindruck bekommen konnte, dass die Imagekampagnen vor allem dem Image des Ministers dienen sollten (bei 94 Prozent der Inserate beanstandete der Rechnungshof die Bebilderung), macht einen verheerenden Eindruck. Nun muss man hinzufügen: Auch bei Berlakovich-Vorgänger Josef Pröll sah man stets das Konterfei des Ministers in den Inseraten.

Aber die Zeiten haben sich geändert: Was vor zehn Jahren durchaus akzeptabel war, ist heute nicht mehr zeitgemäß, teilweise sogar verboten. Nur der Minister scheint das nicht zu verstehen. Imagepflege betreibt man heute anders. Das hat Minister Berlakovich aber noch nicht gelernt.

Sonst wäre es ihm nicht passiert, dass ihn ganz Österreich heute dafür verantwortlich macht, dass Bienenvölker sterben - diesen Imageschaden bringt er nicht mehr weg. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 8.5.2013)

 

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