Nach Sieg gegen Lettland lebt die Hoffnung

7. Mai 2013, 18:18
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Österreich feiert bei im dritten Spiel den ersten Sieg - Nach dem 6:3 winkt der Klassenerhalt - Mittwoch gegen Deutschland, Teamchef Viveiros will "mehr"

Die Zeit der Feste und Festivals ist angebrochen. Der Winter in Helsinki war hart und lange und vor allem dunkel genug, doch mit Vappu, dem großen Umzug samt nicht minder großem Umtrunk am ersten Mai, ist Leben gekommen in die Stadt. Die Zeit bis zu den Abiturfeiern Anfang Juni, denen Johannus folgt, das Mittsommernachtsfest, wird heuer auch mit der Eishockey-WM überbrückt. Zu feiern gibt es da fast ohne Ende, denn dass Finnland ins Viertelfinale kommt, war de facto von vornherein klar. Und so kann ein Taxifahrer, ein Hotelrezeptionist, ein Kellner, ein Universitätsprofessor gar nichts falschen machen, wenn er jetzt zwei Wochen lang in einem Eishockeydress durch die Gegend läuft.

Das Viertelfinale war auch das erklärte Ziel der Österreicher gewesen, es ist noch recht weit weg, trotz des 6:3 (2:1, 2:1, 2:1) am Dienstag gegen Lettland. Es war nach vier Niederlagen Österreichs erster WM-Erfolg über die Balten seit 1999. Iberer, Lakos, Vanek, Altmann, Raffl und Oberkofler scorten in einer Partie, in der Österreich bis auf zwei Phasen – die eine zu Beginn, die andere Ende zweites, Anfang drittes Drittel – die Vorgaben von Teamchef Manny Viveiros umsetzen konnte. "Sie haben uns gezeigt, wie man Eishockey spielt" , beschrieb Verteidiger Thomas Pöck das Match. "Und wir haben ihnen gezeigt, wie man Tore schießt."  Viveiros: "Jetzt wollen wir mehr."

Gegen Deutschland um die Sicherheit

Am Mittwoch (15.15, ORF eins) gegen Deutschland könnte Österreich schon den Klassenerhalt fixieren. Er ist so oder so nicht unwahrscheinlich. Denn Lettland müsste mehr als nur Frankreich schlagen, um Österreich noch zu überholen. Deutschland jedenfalls will sich am Mittwoch für die verpasste Olympia-Qualifikation revanchieren. Da hat Österreich gegen die Deutschen zwar nach Verlängerung verloren, aber dank Schützenhilfe Italiens das Ticket nach Sotschi gelöst.

Die Deutschen sind zu favorisieren, nach ihren bisherigen WM-Leistungen sowieso. Die Niederlagen gegen Russland, die Slowakei und Finnland waren sehr bis äußerst knapp. Deutschland ist jedenfalls stärker aufgestellt als im Februar, verfügt mit Christian Ehrhoff und Marcel Goc über zwei NHL-Spieler, dazu kommen die in der zweiten nordamerikanischen Liga AHL engagierten Marcel Noebei und Justin Krueger, der Sohn des ehemaligen Feldkirch-Trainers Ralph Krueger.

Kapitän Ehrhoff ist in Buffalo ein Klubkollege des Steirers Thomas Vanek, vor dem er seine Teamkollegen warnt. "Ein Superspieler, einer vom Typ eines Kowaltschuk" , wird Vanek von Ehrhoff beschrieben. Das sagt schon einiges, schließlich hat Ilja Kowaltschuk die Deutschen beim russischen 4:1 per Hattrick quasi solo bezwungen.

Deutschland will ins Viertelfinale

Auch die Deutschen reden vom Viertelfinale, doch auch für sie geht es am Mittwoch um viel, nämlich gegen den möglichen Abstieg. Eine Niederlage gegen Österreich kann sich Deutschland aber schon gar nicht leisten. Da würden die Matches gegen Lettland und Frankreich zu Zitterpartien. Gar nicht mehr bangen müssen die Schweizer, die in Stockholm mit Siegen gegen Schweden, Kanada und Tschechien für Furore sorgten. Die Schweizer haben allerdings ein besonderes Pech, das Viertelfinale nämlich wird noch gruppenintern gespielt. Da ist also ein zweites Duell mit Schweden, Kanada oder Tschechien zu erwarten, und ob sich die ein zweites Mal bezwingen lassen? Andererseits – solche Sorgen möchte man haben. (Fritz Neumann aus Helsinki, DER STANDARD, 8.5.2013)

Eishockey-Weltmeisterschaft in Helsinki am Dienstag:

Österreich - Lettland 6:3 (2:1,2:1,2:1)
Helsinki, Hartwall-Arena, 3.051, SR Johansson(SWE)/Rantala (FIN)

Tore: F. Iberer (14.). Lakos (18./PP), Vanek (24.), Altmann (27.), Raffl (50.), Oberkofler (57.) bzw. Berzins (4.), Saviels (39.), Darzins (41./PP)

Strafminuten: 6 bzw. 8.

Österreich: Starkbaum - Unterluggauer, F. Iberer; A. Lakos, Pöck; Schumnig, R. Lukas; Altmann - Latusa, Koch, Vanek; Herburger, Hundertpfund, M. Raffl; Peintner, Oberkofler, Baumgartner; Krislter, Schuller, Welser; M. Iberer

Lettland: Masalskis - K. Redlihs, Kulda; Saviels, Sotnieks; M. Jass, Andersons; Freibergs - Sprukts, Darzins, Cipulis; Dzerins, Girgensons, Indrasis; Kenins, Berzins, Meija; Pavlovs, Stals, Sikokovs; K. Jass.

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    Zweites Tor bei der WM von Thomas Vanek zum zwischenzeitlichen 3:1.

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    Wichtiger Treffer von Michael Raffl zum vorentscheidenden 5:3.

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