Fabrikeinsturz in Bangladesch: Überlebende fordern Entschädigung

7. Mai 2013, 16:21
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400 Demonstranten blockierten mit einem Sitzstreik eine wichtige Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt Dhaka und dem Süden

Dhaka - Hunderte Überlebende des Fabrikeinsturzes in Bangladesch haben am Dienstag bei Protesten die Auszahlung ihrer Gehälter sowie Entschädigungszahlungen gefordert. Nach Angaben der Polizei blockierten rund 400 Demonstranten mit einem Sitzstreik eine wichtige Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt Dhaka und dem Süden sowie dem Südwesten des Landes. Die Zahl der Toten stieg knapp zwei Wochen nach dem Unglück auf mindestens 715.

"Unbezahlte Gehälter und Entschädigung" riefen die Demonstranten nach Angaben der Polizei. Da die Arbeit nach dem Einsturz des achtstöckigen Fabrikgebäudes in Savar komplett zum Erliegen gekommen war, stehen nun Gelder aus. Zudem fordern die Verletzten Schmerzensgeld. Die Dachvereinigung der Bekleidungsfabriken des Landes erklärte, der Beginn der Auszahlung der Gelder sei nur noch eine Sache von Stunden. Insgesamt sollten demnach 3.400 Arbeiter entschädigt werden.

Bislang 715 Tote

Die Zahl der Toten nach dem schweren Unglück stieg unterdessen auf mindestens 715. Wie die Armee am Dienstag mitteilte, wurden weitere Leichen aus den Trümmern gezogen. Die Rettungskräfte schafften außerdem tonnenweise Beton und Schutt beiseite.

Das Hochhaus, das mehrere Textilfabriken beherbergte, war am 24. April eingestürzt. Insgesamt 2.437 Menschen wurden gerettet. Zwölf Menschen wurden im Zusammenhang mit der Katastrophe festgenommen, darunter der Besitzer des Gebäudes und Betreiber der Textilfabriken.

Das Unglück in Savar, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka, sorgte auch für massive Proteste gegen die Arbeitsbedingungen und mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in den Textilfabriken Bangladeschs. (APA, 7.5.2013)

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