Hohe Brandgefahr durch veraltete Elektroanlagen

7. Mai 2013, 13:55
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Nicht gewartete Installationen fordern jährlich Dutzende Todesopfer - Wiener Elektroinnung fordert verpflichtende "E-Checks" alle zehn Jahre

In Österreichs Haushalten kommt es jährlich zu etwa 8.000 Bränden. 35 Prozent davon werden durch elektrischen Strom verursacht. "Feuer durch veraltete Elektroanlagen fordern jährlich bis zu 50 Todesopfer und verursachen einen Sachschaden in Höhe von 100 Millionen Euro", erklärte der Präsident des Instituts zur Förderung von Brandschutz und Sicherheit (IFBS), Friedrich Perner, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Unbekannte Gefahr

Dabei würden überdies nur jene Opfer gezählt, die direkt am Brandort verstorben sind. "Zählt man jene mit, die den Spätfolgen wie Verbrennungen oder Rauchgasvergiftungen erliegen, erhöht sich die Zahl auf 80 bis 100 Tote pro Jahr", so Perner.

Dabei wären Feuer aufgrund veralteter Anlagen in fast allen Fällen zu vermeiden. "Viele Bewohner merken nichts davon, schweben aber dennoch in latenter Lebens- und Brandgefahr. Vor allem in älteren Wohneinheiten sind die Elektroanlagen durch den erhöhten Strombedarf stark belastet", warnte der Experte Gottfried Rotter. Falsch installierte Systeme, schwache Leitungen oder brüchige Kontaktteile vergrößern das Risiko.

Vermieter muss kontrollieren lassen

"Bei sicherheitsrelevanten Themen darf man nicht wegschauen. Bei Gasthermen ist es ganz normal, dass man sie überprüfen lässt, bei Elektroinstallationen aber leider nicht. Die Konsumenten gehen mit diesem Thema zu leichtfertig um. Das gilt es zu ändern", meinte der stellvertretende Landesinnungsmeister Christian Bräuer.

Dabei verpflichtet die Elektrotechnik-Verordnung aus dem Jahr 2010 den Wohnungseigentümer, bei einer Neuvermietung die Elektroanlage überprüfen zu lassen und etwaige Schäden zu reparieren. "Viele Mieter wissen gar nicht, dass sie das Recht auf Kontrolle einfordern können. Der erste Schritt ist es also, die Konsumenten aufzuklären", sagte Perner.

Verpflichtende Checks gefordert

Weiters fordert die Innung verpflichtende E-Checks alle zehn Jahre. In der Schweiz habe sich dieses Modell bereits bewährt. (APA/red, 6.5.2013)

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    "Bei Gasthermen ist es ganz normal, dass man sie überprüfen lässt, bei Elektroinstallationen aber leider nicht", bedauert man in der Wiener Landesinnung.

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