Hepatitis C: Gute Heilungschancen bei frühzeitiger Therapie

7. Mai 2013, 13:14
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Unter Österreichern existiert kaum Bewusstsein für die Infektionskrankheit

Bei erhöhten Leberwerten denken die meisten Menschen an übermäßigen Alkoholkonsum. Dass auch Hepatitis C die Ursache dafür sein könnte, ist vielen nicht bewusst. Das soll eine Aufklärungskampagne über die Infektionskrankheit ändern.

Die Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie macht auf die guten Heilungschancen bei frühzeitiger Therapie aufmerksam und rät dazu, sich bei erhöhten Leberwerten und Risikofaktoren wie Piercings oder Tätowierungen testen zu lassen.

80.000 Betroffene in Österreich

In Österreich sind etwa 80.000 Menschen von Hepatitis C betroffen. Oft wird die Erkrankung erst spät oder nur durch Zufall erkannt, da bei etwa 70 Prozent der Virusträger lange keinerlei Symptome auftreten. Bei den restlichen 30 Prozent sind die Symptome unspezifisch, es treten Müdigkeit, allgemeine Erschöpfung und Gelenkschmerzen auf. Die Erkrankung ist eine der häufigsten Ursachen für chronische Leberentzündungen, Leberzirrhose und Leberkrebs.

Laut einer aktuellen Studie des Spectra Marktforschungsforschungsinstituts unter 500 Österreichern fühlen sich 61 Prozent der Befragten nicht gut über Hepatitis C informiert. Nur ein Viertel der Bevölkerung weiß, dass es eine Therapie gibt, die zu einer Heilung führen kann. "Hepatitis C ist einfach zu diagnostizieren, man muss nur daran denken", sagte Harald Hofer von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien. Viele Menschen denken nach wie vor, dass "die Erkrankung einem Todesurteil gleichkäme", so Hofer, "die Heilungsraten liegen inzwischen aber bei 70 bis 80 Prozent".

Zwei Drittel ohne Therapie

Dennoch unterziehen sich fast zwei Drittel der Diagnostizierten keiner Therapie oder brechen sie frühzeitig ab, da häufig Nebenwirkungen wie grippeartige Symptome, Depressionen oder Hautausschläge auftreten. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser verträgt der Patient jedoch die Therapie.

Das Hepatitis-C-Virus wird auf dem Blutweg übertragen, eine Ansteckung beim Geschlechtsverkehr kommt selten vor. Impfen lassen gegen die Erkrankung kann man sich im Gegensatz zu Hepatitis A und B nicht. Ärzte empfehlen, sich bei erhöhten Leberwerten und wenn einer der Risikofaktoren Tätowierungen, Piercings, intravenöser Drogenkonsum oder Bluttransfusionen vor 1992 zutrifft, testen zu lassen. (APA, 7.5.2013)

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    Fast zwei Drittel der Diagnostizierten unterziehen sich keiner Therapie oder brechen sie frühzeitig ab.

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