"Der Linux-Desktop ist längst die Normalität"

7. Mai 2013, 11:26
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Open-Source-Experte: Verschiebung des Nutzungsverhaltens macht Diskussion über "Jahr des Linux Desktops" obsolet

Während sich Linux mittlerweile in praktisch allen Bereichen - vom Server bis zu mobilen Systemen - zum dominanten Betriebssystem gemausert hat, will sich dieser Erfolg am klassischen Desktop nicht so recht einstellen. Hier dominiert aktuellen Zahlen zufolge weiterhin praktisch uneingeschränkt Microsoft Windows.

Blickwinkel

Kein Grund zu verzagen, meint allerdings Simon Phipps, ehemaliger Open-Source-Chef bei Sun und derzeit im Vorstand der Open Source Initiative, in einem Gastbeitrag bei Infoworld. Wer genau hinsehe, werde schnell feststellen, dass Linux längst auch am Desktop zur wichtigsten Plattform geworden ist - und zwar dank der Änderung des Nutzungsverhaltens.

Plattform

Die meisten UserInnen würden längst einen überwiegenden Teil ihres Computeralltags im Browser verbringen, und damit Anwendungen nutzen, die zu einem überwiegenden Teil auf Linux-Servern oder -Clustern laufen. Insofern sei der "Linux-Desktop" eigentlich längst Realität, er sehe nur anders aus, als viele erwartet hätten.

Auswahl

Und dieser Trend werde sich künftig noch verstärken, zeigt sich Phipps überzeugt. Für ihn persönlich sei etwa Googles Chrome OS seit einem halben Jahr zum primären System geworden. Dieses würde alle Funktionen bieten, die er im Büroalltag so benötige, Sicherheitsprobleme wie bei Microsoft gebe es dabei ebenso wenig wie den Apple-typischen Lock-In.

Irrelevant

Langfristig sei es irrelevant, dass Microsoft noch eine zeitlang Geld mit Windows-Desktop und -Office verdiene. Denn die Zukunft liege im Browser und auf mobilen Geräten, und damit auf Anwendungsplattformen, die längst schon von Linux dominiert werden, so Phipps. (red, derStandard.at, 07.05.13)

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    Simon Phipps.

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