Pentagon: Cyberangriffe Teil von Chinas Spionage-Strategie

7. Mai 2013, 08:06
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Staat wolle sich Einblicke in außenpolitische Erwägungen und militärische Kapazitäten der USA verschaffen

Offenbar sind auch Hackerangriffe Teil der chinesischen Spionage-Strategie zur Modernisierung der Streitkräfte. Mithilfe gezielter Cyber-Spionage versuche das Land, Informationen über die US-Außenpolitik und militärische Planungen der Vereinigten Staaten zu sammeln, hieß es im Jahresbericht des US-Verteidigungsministerium zu China. Im vergangenen Jahr habe Peking zu diesem Zweck eine andauernde Hacker-Kampagne geführt.

Zuordnung

China nutze seine Computernetzwerke, um Geheimdienstinformationen über den diplomatischen, wirtschaftlichen und Rüstungssektor der USA zu sammeln, so der Bericht. Im vergangenen Jahr seien "zahlreiche Computersysteme auf der ganzen Welt, darunter solche der US-Regierung" Ziel von Hacker-Angriffen gewesen, "von denen einige offenbar der chinesischen Regierung und dem Militär zuzuordnen sind".

Bei der Cyber-Spionage gehe es anscheinend darum, für den chinesischen Waffen- und Technologiesektor Informationen über US-Rüstungsgüter zu beschaffen sowie einen Einblick in die Ansichten der US-Führung zu China-bezogenen Themen und über das chinesische Militär zu gewinnen. Mithilfe der Hacker-Angriffe könnten Chinas Militärstrategen sich ein Bild von den militärischen Kapazitäten der USA machen, die "während einer Krise genutzt werden könnten".

Kampagne

Einem im Februar veröffentlichten Bericht der Internet-Sicherheitsfirma Mandiant zufolge nimmt eine Sondereinheit des chinesischen Militärs mit einer Heerschar von Hackern Unternehmen, Medien und Regierungsbehörden in den USA ins Visier. Mit dem Wissen und der "direkten Unterstützung" Pekings sei eine "ausgedehnte Cyberkampagne" gegen Ziele in den Vereinigten Staaten im Gange. Ein Bericht des US-Kongresses vom vergangenen Jahr bezeichnete China als den "bedrohlichsten Akteur im Cyberspace.

Die USA fordern seit längerem, dass China den Vorwürfen nachgeht und den Aktivitäten ein Ende setzt. Auch bei einem Telefonat mit Präsident Xi Jinping nach dessen Ernennung hatte US-Präsident Barack Obama die Internetattacken angesprochen. Regierungschef Li Keqiang hatte die Klagen der USA als "grundlose Anschuldigungen" zurückgewiesen. Hackerangriffe seien ein weltweites Problem und China selbst ein Opfer. China unterstütze solche Attacken nicht und lehne sie ab.

"Unverantwortlich"

Chinas Militär hat amerikanische Vorwürfe wegen Hacker-Angriffen auf die USA als "unverantwortlich" zurückgewiesen. Ein jüngster Bericht des Pentagons enthalte "haltlose Beschuldigungen", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag den Forscher Wang Xinjun von der Militärakademie der Volksbefreiungsarmee.

"Auch wenn allgemein bekannt ist, dass der Ursprung von Hacker-Angriffen nicht nur durch die Internet-Protokoll-Adresse bestimmt werden kann, ziehen es einige Leute im Pentagon weiter vor zu glauben, dass sie aus China kommen, weil sie immer ein Gefühl der Rivalität haben", sagte Wang Xinjun. (APA, 07.05.13)

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