Der grüne Lauf

Einserkastl6. Mai 2013, 19:12
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Es gibt ein linkes grünes Potenzial, aber auch ein bürgerliches

Die Grünen haben einen Lauf. In Kärnten auf 12,10 Prozent verdoppelt, in Innsbruck stärkste Partei, in Salzburg-Land auf 20 Prozent fast verdreifacht, in der Stadt Salzburg stärkste Partei. Die jüngere, besser gebildete Generation, stark weiblich geprägt, die rot und schwarz nicht mehr sehen kann, wählt grün; die älteren, schlechter ausgebildeten, männlichen Protestwähler gehen zur FPÖ und zu Stronach.

In Kärnten beteiligten sie sich an einer Reformkoalition mit SPÖ und ÖVP. In Tirol und in Salzburg ist für sie eine Koalition mit der ÖVP denkbar, in Oberösterreich gibt es schon länger eine. Das ist ein Unterschied zum Bund, wo die grüne Führung sich vollkommen einseitig an die SPÖ als möglichen Koalitionspartner kettet und Chefin Eva Glawischnig ein Zusammengehen mit der ÖVP fast aggressiv ausschließt. Bei der Volksbefragung zur Wehrpflicht gingen die Grünen Seit' an Seit' mit der SPÖ unter. In Salzburg kamen die Zuwächse der Grünen praktisch zu gleichen Teilen von SPÖ und ÖVP.

Sie sind eine wählbare Alternative geworden für Angestellte aus sozialdemokratischem Milieu ebenso wie für Freiberufler und kleine Selbstständige mit bürgerlichem Hintergrund - für Beamte von beiden Seiten sowieso.

Für die Nationalratswahlen bedeutet das: Es gibt ein linkes grünes Potenzial, aber auch ein bürgerliches. Letzteres spiegelt sich allerdings in der grünen Bundesführung nicht wider. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 7.5.2013)

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