Gedenken am 8. Mai: Immerhin ein Anfang

Kommentar6. Mai 2013, 18:46
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Wichtig wäre, dass der Schwung, den Verteidigungsminister Klug mit seiner Entscheidung zum 8. Mai gebracht hat, auch an anderen Stellen ankommt

Normalerweise neigen STANDARD-Leser nicht zu enthusiastischen Reaktionen auf ministerielle Taten. Im Fall der für den 8. Mai angekündigten Mahnwache des Bundesheeres am Heldenplatz aber reagierten die meisten Poster beinahe euphorisch: "Bravo", "einfach klug". Bessere Kritiken hätte sich der neue Verteidigungsminister Gerald Klug nicht wünschen können.

Besser spät als nie scheint das offizielle Österreich Haltung anzunehmen, was die Sicht auf das Ende des Zweiten Weltkriegs betrifft: Die Kapitulation Nazi-Deutschlands und der Einmarsch der Alliierten waren ein Befreiungsakt für das Land, den es, 68 Jahre danach, immer noch zu feiern gilt. "Einschlägige Gruppierungen", die vorgeben, gefallener "einfacher" Wehrmachtssoldaten zu gedenken, und die in Wahrheit tote Nazi-Helden beweinen, haben da nichts zu suchen.

Wichtig wäre nun, dass der Schwung, den Klug mit seiner Entscheidung zum 8. Mai in das Thema gebracht hat, auch an anderen Stellen ankommt: dass genügend Geld für das geplante Deserteursdenkmal am Ballhausplatz lockergemacht wird; dass endlich das "Haus der Geschichte" realisiert wird; dass auch genügend Budget und politischer Wille für das Gedenken in allen über 40 Außenlagern des KZ Mauthausen aufgebracht wird.

68 Jahre nach dem Ende der Nazi-Herrschaft wäre das immerhin ein Anfang. (Petra Stuiber, DER STANDARD, 7.5.2013)

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