Araber verurteilen israelische Angriffe

6. Mai 2013, 18:00
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"Bereinigung des Schlachtfelds vor dem Ende Assads"

Damaskus/Jerusalem/Kairo – In den arabischen Ländern wurden die israelischen Luftangriffe auf Syrien einhellig verurteilt. Die meisten Regierungen stellten sich hinter die Arabische Liga, die vom UN-Sicherheitsrat verlangt, sich für ein Ende der israelischen Aggression einzusetzen. Besonders scharf waren die Wortmeldungen aus dem Libanon, wo sich Präsident Michel Suleiman dagegen verwahrte, dass der Libanon als Überfluggebiet missbraucht wird und Außenminister Adnan Mansour Israel vorwarf, man bereite sich auf etwas Größeres vor.

Israel habe kein Recht, sich in Syrien einzumischen. Das militärische Eingreifen biete dem syrischen Regime eine Plattform, um die wirklichen Gründe des Protestes zu verschleiern, befand Gulf News. Alle Akteure würden vor dem Zusammenbruch des Assad-Regimes jetzt das Schlachtfeld
bereinigen, lautete die Analyse in der pan-arabischen Tageszeitung Sharq al-Aswat.

Die Luftangriffe bei Damaskus, die nicht mehr als isolierter Einzelfall, sondern als ernsthafte Verwicklung gewertet wurden, waren bald auch Thema in arabischen Internet-Foren, mit dem Tenor, dass in Syrien alles falsch laufe und alle roten Linien überschritten würden.

Ein Aktionsplan zur Beendigung des Konflikts könne nun nicht mehr länger verzögert werden, lautet die Schlussfolgerung in mehreren Kommentaren. Wie die ägyptische Tageszeitung Al-Ahram aus diplomatischen Quellen berichtet, seien Kairo und Teheran dabei, einen Fahrplan für einen Frieden in Syrien auszuarbeiten, der auch vom syrischen Präsidenten Bashar al-Assad geschluckt werden könnte. Er stützt sich auf die Vorschläge von Lakhdar Brahimi, dem Vermittler der UN und der Arabischen Liga, und sieht eine graduelle Transformation vor, ohne dass Assad seinen Posten vorgängig räumen muss.

Die Eskalation vom Wochenende und die Tatsache, dass auch US-Präsident Barack Obama immer stärker unter Druck gerät, einer begrenzten militärischen Intervention zuzustimmen, dürfte diesen Anstrengungen noch mehr Gewicht verleihen. (Astrid Frefel /DER STANDARD, 7.5.2013)

 

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