Groteske um Sanierung des Grazer Stadtparkbrunnens

6. Mai 2013, 18:20
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Vor 2014 ist laut Holding Graz mit dem Beginn einer Renovierung nicht zu rechnen

Graz - Die Besucherfrequenz im Grazer Stadtpark kann sich an sonnig-sommerlichen Tagen - der Vergleich ist nicht allzu weit hergeholt - durchaus mit der Fußgängerdichte in der Wiener Kärntner Straße messen.

Die sich um den Schlossberg ziehende Parkanlage zählt seit ihrer Eröffnung 1873 zur wohl beliebtesten Naherholungszone der Stadtbewohner, wohl auch wegen der Ruheoase rund um den Stadtparkbrunnen - ein Objekt der Wiener Weltausstellung 1873. Ein Zwilling der nach Kaiser Franz Joseph benannten Wasserskulptur steht in Paris.

Risse, Lecks und hoher Wasserverlust

Rund um die Brunnenanlage stehen Parkbänke, von denen die Wasserspiele vor der Kulisse des Schlossberges betrachtet werden können. Oder aktuell: Betrachtet werden konnten. Denn seit zwei Jahren ist das Ding trockengelegt. Niemand von den verantwortlichen Stellen der Stadt konnte sich bis dato dazu aufraffen, dieses Herzstück des Stadtparkes unbürokratisch und rasch zu sanieren.

Der Brunnenboden weise Risse auf, der Boden sei leck, der Wasserverlust zu hoch, heißt es im stadteigenen Unternehmen Holding Graz. Vor 2014 sei mit dem Beginn einer Renovierung nicht zu rechnen.

Das dauert

Ein Gutachten des Bundesdenkmalamtes sei noch in Arbeit, dann komme in der Folge auch noch die Bau- und Anlagenbehörde ins Spiel. Das dauere. Außerdem koste eine Sanierung rund eine Million Euro, die erst einmal aufgebracht werden müsse.

Also bleibt das Grazer Brunnen-Wahrzeichen weiter hinter Gittern weggesperrt, die Wasserskulpturen mit Bretterverschlägen zugenagelt. "Um sie vor Sprayern zu schützen", wird in der Holding argumentiert. (Walter Müller, DER STANDARD, 7.5.2013)

  • Der Grazer Stadtparkbrunnen ist seit zwei Jahren leck. Eine Sanierung ist nicht in Sicht.
    foto: j. j. kucek

    Der Grazer Stadtparkbrunnen ist seit zwei Jahren leck. Eine Sanierung ist nicht in Sicht.

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