Afghanistan ist von Opium abhängig

6. Mai 2013, 16:43
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UN: Drogenexport macht zehn Prozent des BIP aus - 90 Prozent des weltweit erhältlichen Opiums kommen aus Afghanistan

Kabul/Wien - Die Opiumproduktion bleibt nach einem neuen UN-Bericht weiter eine wichtige Einnahmequelle Afghanistans: Die Exporte der Droge hätten im vergangenen Jahr zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausgemacht, berichtete das Büro der Vereinten Nationen (UN) für Drogen- und Verbrechensbekämpfung am Montag in Wien. Der Wert habe bei rund 1,9 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) gelegen. 90 Prozent des weltweit erhältlichen Opiums kommen nach Schätzungen aus Afghanistan.

Der Anteil der Drogenexporte sank im Vergleich zu 2011 um fünf Prozentpunkte. Das liegt allerdings wohl nicht an funktionierenden Anti-Opium-Programmen, sondern eher an einer Pflanzenkrankheit und schlechten Wetterbedingungen, die zu Ernteausfällen führten. Erst im April hatte die UN vor einer erneuten Zunahme der Opiumproduktion in Afghanistan im kommenden Jahr gewarnt. Die Anbaufläche für Schlafmohn erhöhte sich nach UN-Angaben im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 154.000 Hektar.

Zahlreiche internationale Bemühungen und Hilfsprogramme zur Eindämmung der Opiumproduktion zeigten bisher kaum einen Effekt. Wenn im kommenden Jahr die NATO-Truppen abziehen, befürchten Experten eine Verschlimmerung der Lage. "Das afghanische Opium-Problem wird nicht kurzfristig gelöst werden, aber wir müssen den Prozess beschleunigen, besonders weil 2014 näher rückt", warnte UNODC-Chef Yury Fedotov. (APA, 6.5.2013)

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