Telekom Austria präsentiert bereits Dienstag Quartalszahlen

6. Mai 2013, 15:42
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Analysten erwarten Gewinneinbruch - Änderungen im Aufsichtsrat in den nächsten Tagen

Die teilstaatliche Telekom Austria präsentiert bereits morgen, Dienstagabend gegen 18:00 Uhr, ihre Zahlen für das 1. Quartal 2013. Ursprünglicher Veröffentlichungstermin wäre Mittwochfrüh gewesen, da aber an diesem Tag zahlreiche andere Telcos, unter anderem die Deutsche Telekom, ihr Zahlen vermelden wollte man Verwechslungsgefahren ausschließen, so der heimische Marktführer.

Schlechtes Ergebnis erwartet

Von Reuters befragte Analysten erwarten ein schlechtes Quartalsergebnis. Der Gewinn soll demnach um fast 40 Prozent auf 28 Mio. Euro eingebrochen sein. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) soll um gut zehn Prozent auf 323 Mio. Euro nachgegeben haben. Am Wochenende war noch bekannt geworden, dass die Telekom ihren 25-Prozent-Anteil an der Showfirma Marx Media nach Turbulenzen im April abgegeben hat, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Telekom hat eine Schadenersatzklage über 4 Mio. Euro eingebracht.

Frequenzaufteilung bei EuGH

Ärger gibt es auch auf Behördenseite und aus Brüssel. T-Mobile vermeldet, dass der Verwaltungsgerichtshof die Frequenzaufteilung der Orange-Frequenzen nach dem Verkauf von Orange an "Drei" ("3", Hutchison) an den Europäischen Gerichtshof verwiesen hat. Dadurch könnte sich die Frequenzauktion im Herbst verzögern, deren Abhaltung laut Telekom-Chef Hannes Ametsreiter ohnehin schon längst stattfinden hätte sollen. Und auch bei den Mietleitungen gibt es Ärger, hier hat die EU die Pläne der Regulierungsbehörde RTR gestoppt weil sie in diesen eine Benachteiligung der Mitbewerber des Ex-Monopolisten sieht.

Schadenersatz im Korruptionsprozess zugesprochen

Aber auch positives gibt es zu Vermelden. Im Korruptionsprozess um eine Kursmanipulation im Jahr 2004 ist der Telekom der volle Schadenersatz von rund zehn Millionen Euro zugesprochen worden. Ob die vier - nichts rechtskräftig - verurteilten Ex-Telekom-Manager bzw. Broker aber die ganze Schadensumme aufbringen können ist sehr fraglich.

Änderungen im Aufsichtsrat

In den nächsten Tagen fällt die Entscheidung über eine Änderung in der Zusammensetzung des Telekom-Aufsichtsrates. Laut Medienberichten sollen die Aufsichtsräte Edith Hlawati, Franz Geiger und Wilfried Stadler nicht mehr antreten. Ihnen sollen die Microsoft-Schweiz-Chefin Petra Jenner, der Steuerexperte Alfred Brogyanyi und der Anwalt Michael Enzinger folgen. Eine Personalentscheidung gab es bereits im April. Der Vorstand wurde von zwei auf drei Personen erweitert, dazugestoßen ist Technikchef Günther Ottendorfer. Von dem Vorsatz, die Frauenquote in Führungspositionen von derzeit 32 auf 35 Prozent anzuheben, hat sich das Unternehmen damit entfernt.

Die Telekom gehört zu 28 Prozent den Österreicherinnen und Österreichern, 25 Prozent hält der Mexikaner Carlos Slim mit seinem Telekomkonzern America Movil, gut 10 Prozent werden von Aktionären in den USA gehalten, der Rest ist im globalen Streubesitz. (APA, 6.5.2013)

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