Nobelpreisträger Christian de Duve ist tot

6. Mai 2013, 14:41
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Der Belgier hatte sich für Sterbehilfe entschieden

Brüssel - Der belgische Medizin-Nobelpreisträger Christian de Duve ist am Samstag freiwillig aus dem Leben geschieden. "Ich habe vor dem Danach keine Angst, denn ich bin nicht gläubig", sagte de Duve in einem Anfang April geführten Gespräch mit der Brüsseler Zeitung "Le Soir". "Ich werde verschwinden, es wird nichts bleiben." Die Zeitung veröffentlichte das Gespräch am Montag.

Laut "Le Soir" war de Duve schwerkrank und hatte sich deshalb für Sterbehilfe entschieden. Er wollte nur noch die Ankunft seines Sohnes aus den USA abwarten, um im Kreise seiner Familie aus dem Leben zu scheiden. Seine Tochter Francoise sagte dem Blatt, ihr Vater sei sehr gelassen gewesen: "Er sagte uns Adieu und lächelte uns zu, dann ging er von uns". In Belgien ist die aktive Sterbehilfe seit 2012 unter einer Reihe von Bedingungen zugelassen.

Nobelpreis für Medizin

De Duve wurde 1917 in Großbritannien als Sohn einer belgischen Adelsfamilie geboren. Er studierte Medizin und Chemie und beschäftigte sich insbesondere mit Zellbiologie. 1974 erhielt er mit Albert Claude und George E. Palade den Medizin-Nobelpreis für die Entdeckungen zur strukturellen und funktionellen Organisation der Zelle.

Belgiens Ministerpräsident Elio Di Rupo würdigte de Duve am Montag als Wissenschafter von außergewöhnlichem Format. Im Gespräch mit "Le Soir" hatte de Duve kritisiert, dass die Politik die Wissenschaft zu wenig beachte: Di Rupio, selbst Doktor der Chemie, "hat mich nie um meine Meinung gefragt". (APA/red, derStandard.at, 6.5.2013)

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