Konjunktur: Burgenland vorn, Kärnten hinten

6. Mai 2013, 13:50
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Burgenland profitiert von breiter Aufstellung und Coca-Cola-Produktionsverlagerung, Kärnten noch immer unter Vorkrisenniveau

Wien - Das Burgenland ist 2012 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent im Vergleich mit den anderen acht österreichischen Bundesländern als Wachstumssieger hervorgegangen. Schlusslicht war Kärnten mit bloß 0,4 Prozent. Auch im laufenden Jahr 2013 sollte das Burgenland mit 1,3 Prozent wieder am stärksten wachsen, dieses Jahr sollte allerdings Salzburg mit 0,6 Prozent das Schlusslicht sein, haben die Volkswirte der Bank Austria errechnet. Zum Vergleich: die gesamtösterreichische Wachstumsrate betrug 0,8 Prozent.

Das Burgenland habe im Vorjahr von seiner wirtschaftlich breiten Aufstellung und dem Sondereffekt der Verlagerung der Produktion von Coca-Cola aus Wien ins Nordburgenland profitiert, sagte Bank Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Burgenland sei auch das Bundesland, das auf Grund seiner geringen internationalen Ausrichtung am wenigsten unter der Krise gelitten habe. Dennoch liege das BIP pro Kopf noch eher am untere Ende. Schlusslicht Kärnten wiederum sei von den Schwierigkeiten in den Nachbarländern belastete worden, es sei zu Einbußen in der Sachgüterindustrie und der Bauwirtschaft gekommen, auch der Dienstleistungssektor sei nur verhalten gewachsen.

Platz zwei für Tirol

Tirol schnitt mit einer Wachstumsrate von 1,4 Prozent am zweitbesten ab. Hier sorgten die Bauwirtschaft und der Produktionssektor für überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten. Alleine die Glasindustrie zog um 30 Prozent an. In der Steiermark mit 1,1 Prozent BIP-Plus war der starke Industriesektor durch die globale Nachfrageabschwächung belastet. Vorarlberg folgt mit 1,0 Prozent, Salzburg mit 0,7 Prozent, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien schafften jeweils 0,6 Prozent. Kärnten liege nach 0,4 Prozent als einziges Bundesland noch immer unter dem Vorkrisenniveau. Kärnten profitierte 2012 vor allem von einer höheren Energieproduktion.

2012 haben wegen der geringeren Auslandsnachfrage Länder mit hohem Industrieanteil - wie Vorarlberg, Oberösterreich oder die Steiermark - darunter mehr gelitten. Generell waren die Energieindustrie und der Maschinenbau wesentliche Wachstumstreiber im Bereich Industrie, gebremst haben die Metallerzeugung und die Elektroindustrie. Die Bauwirtschaft legte mit Ausnahme von Kärnten in allen Bundesländern zu, am stärksten in Tirol und der Steiermark. Der Dienstleistungssektor erreichte 2012 nur ein leichtes Plus, der Handel und Tourismus erlitten deutliche Einbußen.

Arbeitslosenquote bleibt hoch

Die Arbeitslosenquote ist im Vorjahr in allen Bundesländern mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg gestiegen. 2013 werde sie noch höher ausfallen, eine Trendwende sei erst 2014 zu erwarten, so Bruckbauer. Den stärksten relativen Anstieg der Zahl der Arbeitslosen seit der Krise hat es in Oberösterreich gegeben, verzeichnet allerdings mit 4,5 Prozent noch immer die geringste Arbeitslosenquote. Am höchsten ist sie in Wien mit 9,5 Prozent. Der Österreich-Schnitt betrug 7,0 Prozent.

In allen Bundesländern gab es Ende 2012 mehr Beschäftigte als zu Jahresbeginn. Das Beschäftigungswachstum fiel im Burgenland mit 2,3 Prozent am stärksten aus, mit 0,6 Prozent in Kärnten am schwächsten. Kärnten ist auch das einzige Bundesland, das hier das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht hat, in allen anderen gibt es Rekordniveaus. (APA, 6.5.2013)

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