Unterstützung bei vorzeitigen Wehen

6. Mai 2013, 13:34
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Kostenlose Online-Programme vermitteln Strategien im Umgang mit Stress und Angst

Basel - Eine drohende Frühgeburt ist für werdende Eltern eine grosse Belastung. Nun unterstützen internetbasierte psychologische Therapieprogramme werdende Mütter mit vorzeitigen Wehen im Umgang mit Angst und Stress.

Der psychische Leidensdruck bei Schwangerschaftskomplikationen ist groß und findet neben der medizinischen Behandlung oft zu wenig Beachtung. Für schwangere Frauen mit vorzeitigen Wehen sind an der Frauenklinik des Universitätsspitals Basel Therapie-Online- Programme zur Angst- und Stressbewältigung entwickelt worden. Die kostenlos zugänglichen Programme vermitteln Strategien im Umgang mit Stress und Angst oder auch einfach zur Ablenkung.

Neben Informationen umfassen die verschiedenen Module Entspannungs- und Ablenkungsübungen, Selbstreflexionen und interaktive Protokolle. Durch die einfache Zugänglichkeit können die Programme von zu Hause oder dem Spitalzimmer einfach und zeitlich flexibel bearbeitet werden. Zudem stehen Fachpersonen in regelmässigem Kontakt mit den Schwangeren.

Wirksamkeit durch Stressmanagement

Seit rund einem Jahr wird die Wirksamkeit der Programme auf den Schwangerschaftsverlauf und die psychische Adaptation in einer Studie evaluiert. Erste Ergebnisse zeigen, dass durch die Stressmanagement-Elemente dieser Programme die psychische Befindlichkeit der Teilnehmerinnen verbessert werden kann. So berichten betroffene Frauen, dass sie durch die Programme eine reflektierte Distanz zu eigenen Ängsten und Sorgen aufbauen können, die sich damit reduzieren.

Unter einer Frühgeburt verstehen Mediziner, die Geburt eines Kindes vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche. In der Ursachenforschung werden neben den medizinischen Faktoren auch die Auswirkungen psychosozialer und psychologischer Faktoren wie Ängste, Depressionen und Stress zunehmend untersucht. Daneben sind die Sorgen um Schwangerschaft und Kind sowie die häufige Aktivitätsreduktion für die Betroffenen oft belastend. Die dadurch ausgelösten Ängste können wiederum Einflüsse auf den Schwangerschaftsverlauf haben und das Stresserleben noch verstärken.

Interessierte betroffene Schwangere im deutschsprachigen Raum können sich noch an der Studie beteiligen. Die Anmeldung erfolgt direkt über die TOPAS-Webseite. (red, derStandard.at, 6.5.2013)

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