Werben für eine besondere Ziege

Rezension4. Mai 2013, 13:00
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Philippe Ammann und Vera Eggermann schreiben über das Anderssein, über den Drang, sich anzupassen, ja nicht auffallen zu wollen. Und wirbt für eine bedrohte Ziegenart

Konrad hat es nicht einfach: Die anderen Ziegen ärgern ihn. Er sei ein "Kupferkessel" und "schon ganz rostig". Dumme Sprüche eben, nur weil er "vorne rotbraun oder braun-orange-rot oder ... halt einfach anders ist". Keine Schwarzhalsziege eben. Lange versucht er genau das zu werden, wälzt sich im Schlamm, steckt seinen Kopf in einen Kübel mit Ruß. Es bleibt natürlich nur beim Versuch. Schnell ist das Schwarz wieder weg.

Philippe Ammann und Vera Eggermann schreiben über das Anderssein, über den Drang, sich anzupassen, ja nicht auffallen zu wollen. Es dauert, bis Konrad merkt, dass er etwas ganz Besonderes ist und auch stolz darauf sein kann. "Konrad ist erstaunt und aufgeregt. Er kann fast nicht glauben, dass sich jemand für ihn interessiert", heißt es. Konrad Kupferhals erzählt aber nicht nur eine Geschichte für Kinder ab dem fünften Lebensjahr. Das Buch ist auch der Versuch, für die Kupferhalsziege zu werben. Im Jahr 2006 soll es nur mehr exakt 28 Tiere in der Schweiz gegeben haben.

Ein Rettungsprogramm, das Ammann leitet, hat dazu geführt, dass die Population auf - noch immer - bescheidene 150 Ziegen angewachsen ist. Auch die anderen Tiere, die in der Geschichte vorkommen, wie etwa das Wollschwein, die Diepholzergans und das rätische Grauvieh, werden am Ende des Buchs genau erklärt - und auch abgebildet. (Peter Mayr, Album, DER STANDARD, 4./5.5.2013)

Philippe Ammann, Vera Eggermann
Konrad Kupferhals

Atlantis Verlag 2013
32 Seiten, 15,40 Euro

  • Im Jahr 2006 soll es nur mehr exakt 28 Kupferhalsziegen in der Schweiz gegeben haben.
    foto: atlantis verlag

    Im Jahr 2006 soll es nur mehr exakt 28 Kupferhalsziegen in der Schweiz gegeben haben.

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