Kritik an Österreich-Auftritten der Band Frei.Wild

6. Mai 2013, 12:44
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Konzerte trotz Absageforderungen und Bedenken weiterhin geplant

Graz - Die Südtiroler Deutschrockband Frei.Wild gastiert am kommenden Freitag, 10. Mai, in Graz für eines von zwei Österreich-Konzerten. Der zweite Auftritt ist für Samstag in Kufstein programmiert, für danach wurde eine Schaffenspause angekündigt. Das Album "Feinde deiner Feinde" landete auf Rang eins der deutschen Albumcharts. Mit der Streichung von der Echo-Nominierung geht aber die Kritik einher, die Band würden rechte Gesinnung verbreiten.

Ein ursprünglich drittes Konzert in Wels wurde abgesagt, auch in der "Menschenrechtsstadt Graz" forderten Kulturreferentin Lisa Rücker und das Mauthausen Komitee eine Absage, die Antidiskriminierungsstelle Steiermark verfasste eine kritische Stellungnahme: Die Band bewege sich mit ihren Texten zumindest "in einem rechtlichen Graubereich." Der Jugendsprecher der steirischen Freiheitlichen, Hannes Amesbauer, ortete hingegen "politisch korrekten Tugendterror" und kündigte an, "selbstverständlich" zum Konzert zu gehen - "unabhängig von rot-grünem Geschnatter" und "Gutmenschen-Gelaber". Weil der Verfassungsdienst keine Bedenken habe und im Falle einer Absage Rechtsstreitigkeiten drohten, wie es in der Gemeinderats-Debatte hieß, blieb das Grazer Konzert am Tourplan.

Sänger Philipp Burger, der aus der Skinhead-Szene kommt, distanzierte sich wiederholt von Nationalsozialismus und Faschismus. Der Genre-Begriff "Identitätsrock" wurde für die Musik von Frei.Wild erfunden. In "SpiegelOnline" heißt es dazu: "Offen vorgetragene Ausländerfeindlichkeit allerdings ist nicht ihr Ding. Es geht eher darum, die eigene Identität als Zugehörige einer Volksgruppe zu feiern." Kennzeichnend sei vor allem, dass Frei.Wild ihre Positionen als Tabubrüche im Sinne einer Gegenkultur zu einer vermeintlich verlogenen Mehrheitsgesellschaft verkaufen. "Auch wenn sich die Band gegen Nazis ausspricht, zieht sie die rechte Szene mit ihren Konzerten an. Ausschreitungen sind daher durchaus denkbar", mahnte die Antidiskriminierungsstelle. (APA, 6.5.2013)

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