Feiertagssaison bringt erneut Debatte über schulautonome Tage

6. Mai 2013, 12:14
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Wiener Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl will ersatzlose Streichung

Wien - Regelmäßig wird in Österreich über die Zahl der schulfreien Tage debattiert. Dass nach Christi Himmelfahrt durch den schulautonomen Tag am Freitag in Wien erneut ein verlängertes Wochenende entsteht, hat Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) zum Anlass genommen, zum wiederholten Male die ersatzlose Streichung dieser vier (an Volks- und Hauptschulen) bzw. an weiterführenden Schulen fünf Tage pro Jahr zu fordern. Auch die freien Dienstage nach Pfingsten und Ostern seien nicht notwendig, so Brandsteidl in ORF Wien.

Der Elterndachverband der Wiener Pflichtschulen ist laut dem Bericht zwar gegen weniger Ferien, allerdings für eine einheitliche Festlegung aller derzeit schulautonomen Tage. Seit dem Schuljahr 2010/11 werden zwei der Tage von den Bundesländern vorgegeben, die übrigen zwei bzw. drei schulautonomen Tage können weiter individuell pro Schule festgelegt werden. "Zur Weißglut" bringt Brandsteidls Vorstoß laut einer Aussendung die ÖVP-nahe Schülerunion. Das Betreuungsproblem, das sich durch die schulautonomen Tage vor allem für Eltern mit Kindern an verschiedenen Schulen ergibt, ist für sie kein Argument für deren Abschaffung, sondern ein Beleg für den Bedarf nach mehr Betreuungsplätzen.

Die mögliche Abschaffung der schulautonomen Tage wäre allerdings ebenso wie die Dauer der Ferien ohnehin in der Verantwortung von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ). Diese hatte bereits 2009 den Groll der Schülervertreter auf sich gezogen, als sie im Streit um eine höhere Lehrerarbeitszeit auf den Vorschlag der Gewerkschafter eingestiegen war, die schulautonomen Tage zu streichen. Nach Massenprotesten und einem Aufruf zum Boykott der damals durchgeführten PISA-Studie war die Neuregelung wieder zurückgezogen worden. Seither verweist Schmied beim Ruf nach Reformen in punkto Ferien darauf, dass es solche nur auf Vorschlag von Schüler-, Eltern- und Lehrervertretern geben werde. (APA, 6.5.2013)

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