Liechtenstein zieht wieder mehr Neugeld an

6. Mai 2013, 12:00
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Die Banken im Fürstentum haben 2012 elf Prozent mehr Kundenvermögen verwaltet und daran gut verdient

Vaduz - Der Liechtensteiner Finanzplatz ist im Aufwind. Die Banken des Fürstentums verwalteten letztes Jahr elf Prozent mehr Kundenvermögen. Die Gewinne der Geldinstitute verdreifachten sich im Vergleich zum Vorjahr.

Netto-Zufluss verdoppelt

184 Milliarden Franken (150,39 Milliarden Euro) verwalteten die Liechtensteiner Banken Ende vergangenen Jahres. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr. Dazu beigetragen hätten die gute Entwicklung der Aktienmärkte, Währungseinflüsse und Neugeldzuflüsse, wie die Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht (FMA) am Montag in Vaduz bekanntgab.

An neuem Geld flossen 13,2 Milliarden Franken nach Liechtenstein, der Netto-Zufluss vom letzten Jahr wurde damit praktisch verdoppelt. Bemerkenswert schloss das letzte Jahr vor allem die fürstliche LGT Group ab. Die Bank des Fürstenhauses verzeichnete zehn Milliarden Franken an neuen Kundengeldern.

Der Gesamtgewinn aus der operativen Tätigkeit im letzten Jahr kletterte bei den Banken von 122 auf 388 Millionen Franken. Den größten Anteil daran hatte wieder die fürstliche LGT mit über 200 Millionen Franken Überschuss.

Erholt hat sich die Liechtensteinische Landesbank, die fast 100 Millionen Franken Gewinn auswies. Das Jahr davor, 2011, war allerdings ein hartes: Die Gewinne der Geldhäuser waren um über 60 Prozent eingebrochen.

Aufsicht lobt ihre Schäfchen

In der Beurteilung der Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht sind im Fürstentum im vergangenen Jahr in einzelnen Sektoren "ansprechende Resultate erzielt worden". Das Finanzsystem habe sich in einem anspruchsvollen Umfeld als sehr zuverlässig erwiesen. Auch während der Finanzkrise habe es die hohe Stabilität bewahrt und den Kunden Sicherheit geboten.

Der Finanzplatz steht laut FMA jedoch vor großen Herausforderungen. Er befinde sich in einer Phase der Neuausrichtung, welche die Erschließung neuer Geschäftsfelder erfordere. Die Ertrags- und Wachstumsaussichten seien im herrschenden Marktumfeld gedämpft.

Stabilitätsrisiken sieht die FMA in der ungünstigen europäischen Wirtschaftsentwicklung und der einher gehenden gravierenden Staatsverschuldung verschiedener Länder. Die FMA ist die unabhängige Finanzaufsichtsbehörde Liechtensteins, die den Finanzplatz überwacht. In der Schweiz nimmt diese Aufgaben die Finma (Eidg. Finanzmarktaufsicht) wahr. (APA, 6.5.2013)

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