Apps: Deutsche Ministerin will Rückgaberecht für digitale Güter

6. Mai 2013, 11:34
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"Was für Pullover gilt, muss für Apps rechtens sein"

Im Vorfeld einer diesen Monat stattfindenden Konferenz mit ihren Amtskollegen, fordert Lucia Puttrich, Verbraucherschutzministerin des deutschen Bundeslandes Hessen, eine Rückgabemöglichkeit für digitale Güter.

"Eine App muss ich behalten, ob sie mir gefällt oder nicht"

Dass das Widerrufsrecht für den Verbraucher mit dem Download erlischt – etwa bei Apps -, ist ihr ein Dorn im Auge. "Ein Rücksenderecht gilt für jedes Kleidungsstück, eine App muss ich aber behalten, sobald ich sie heruntergeladen habe. Ob sie mir gefällt, oder nicht", so die CDU-Politikerin. Sie ist der Ansicht, dass dies vielen Konsumenten nicht bewusst ist.

Ausgleich gefordert

"Was für Pullover gilt, muss für Apps rechtens sein", so ihre Forderung an die Bundesregierung. Diese soll bei der Umsetzung der EU-Verbraucherrichtlinie einen Ausgleich für das fehlende Widerrufsrecht schaffen.

Dieser muss nicht zwingend eine Rückgabemöglichkeit beinhalten, sondern könnte auch so umgesetzt werden, dass die App-Hersteller verpflichtet werden, kostenlose Testversionen von Bezahl-Apps und anderen digitalen Waren bereit zu stellen.

Unterschiedliche Handhabe

Die Handhabe ist bei den größten beiden App-Stores im Mobilbereich diesbezüglich unterschiedlich. Kauf ein Kunde bei Apples iTunes ein Programm oder einen anderen Inhalt, ist eine Rückgabe nach dem Download ausgeschlossen. Bei Google Play besteht die Möglichkeit, erworbene Apps bis zu 15 Minuten lang auszutesten. Gefällt die Software nicht, kann innerhalb dieses Zeitraums um Rückerstattung ersucht werden und das Produkt wird vom Endgerät gelöscht.

Mobile Shopping soll transparenter werden

Puttrich fordert auch mehr Transparenz bei mobil getätigten Käufen. "Die wesentlichen Informationen für die Nutzer und Einwilligungserklärungen müssen so gestaltet sein, dass sie auf den Endgeräten angemessen zur Kenntnis genommen werden können und der Verbraucher diesen zustimmen kann."

Die sei insbesondere wichtig, weil immer mehr Transaktionen – vom Ticketkauf bis zu E-Banking – über mobile Endgeräte abgewickelt werden. Informationskampagnen sollen helfen, Verbraucher besser im Umgang mit Mobile Payment zu schulen. (red, derStandard.at, 06.05.2013)

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    Puttrich fordert ein Rückgaberecht für Apps oder eine Verpflichtung zu kostenlosen Testversionen.

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