Zubehör-Hersteller setzen immer weniger auf Apple

6. Mai 2013, 10:15
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Kabellose Lösungen würden es Kunden erlauben, die Hersteller einfacher zu wechseln

Jahrelang war die Zubehör-Industrie Apple verschrieben. Egal, ob Hotelausstattung oder Accessoires fürs Wohnzimmer: So viel Zubehör wie für Apples iPhone, iPad und iPod gab es für keinen anderen Hersteller. Doch die Zeiten von Apple als "Zubehör-König" sind laut einem Bericht der "New York Times" nun vorbei. Für iPhone-Nutzer bedeutet das vor allem einen leichteren Umstieg zu anderen Herstellern - und umgekehrt.

Offene Standards

Ein Grund, warum sich viele Zubehör-Hersteller von Apple abgewandt haben, seien die rigorosen Richtlinien des Unternehmens. Apple habe, so iLounge-Chefredakteur Jeremy Horowitz, zu viel Kontrolle über diese Produkte haben wollen. Die Hersteller würden lieber mit offenen Standards arbeiten und mehr Spielraum bei der Entwicklung haben.

Bluetooth

Uhren- und Radiohersteller iHome wollte der wachsenden Gruppe von Nutzern anderer Hersteller gerecht werden. Zudem würden viele Menschen mittlerweile mehrere Gadgets besitzen, die nicht unbedingt alle von einem Hersteller sein müssen. Das Unternehmen bringt deshalb verstärkt Geräte, die mit offenen Standards wie Bluetooth arbeiten.

Verärgerung über Lightning

Apples Entscheidung, beim iPhone 5 einen neuen Connector einzuführen, stieß Herstellern und Kunden ebenfalls sauer auf. Begründet wurde der Wechsel zum Lightning-Adapter mit der Möglichkeit, dadurch flachere Tablets und Smartphones bauen zu können. Weil Apple die Zubehör-Firmen nicht vorher informiert hat, waren diese dementsprechend überrascht. Dieser Unberechenbarkeit von Apple wollen einige Hersteller jetzt gezielt entgegenwirken. Auf kabellose Technologien zu setzen kommt den Herstellern auch deutlich billiger: Die Lizenzen für den Lightning-Anschluss seien nämlich um einiges teurer als Lizenzen für den alten 30-Pin-Connector.

Komfortable Lösungen

Voxx Accessories Corporation und Logitech haben überhaupt aufgehört, Apples proprietäre Technologien in ihren Produkten zu verwenden. Apples ehemalige Dominanz in diesem Bereich, die vor allem durch den Boom des iPods entstanden ist, schwillt langsam ab. Dies sei schon vor Lightning der Fall gewesen, sagt Rory Dooley von Logitech. Für Kunden würde die kabellose Technologie auch mehr Komfort bedeuten. Wer zuhause Musik abspielt, will das Gerät auch in der Hand halten und nicht ständig zu einem Gerät laufen.

Großer Markt

Wieviel Apple genau mit den Lizenzen für Zubehör verdient, ist nicht klar, weshalb schwer zu sagen ist, wie sich dieser Wandel in der Branche finanziell auf das Unternehmen auswirken wird. Eine Vorstellung von der Größenordnung bekommt man aber, wenn man bedenkt, dass in den USA allein letztes Jahr Lautsprecher für Smartphones und Tablets im Wert von 505 Millionen Dollar verkauft wurden. Zusätzlich wurden kabellose Lösungen für 383 Millionen Dollar abgesetzt. Apples eigenes kabelloses System namens AirPlay büßt aber auch an Popularität ein, da die Hersteller allein für Lizenzen etwa 30 Dollar pro Gerät hinlegen müssen - die am Ende der Konsument bezahlt. (red, derStandard.at, 6.5.2013)

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    So viel Accessoires wie für Apple-Geräte gibt es für kaum einen anderen Hersteller. Dies könnte sich aber rasch ändern.

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