Österreicher zu Vertiefung der EU gespalten

5. Mai 2013, 11:03
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Staatssekretär Lopatka: Regierung muss mehr Erklärungsarbeit leisten

Wien - Eine aktuelle Studie im Auftrag des Außenministeriums sieht die Österreicher bei der Vertiefung der Europäischen Union gespalten. Zwar erklärten in der Befragung des GfK-Institutes 88 Prozent, Europa müsse in der Krise stärker zusammenarbeiten. Aber rund zwei Drittel der Befragten sprechen sich dagegen aus, dass die Nationalstaaten zugunsten der EU-Kommission und des Europäischen Parlamentes Rechte aufgeben.

Staatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) sagte am Sonntag gegenüber der APA, er sehe in den Ergebnissen der Studie ein Mandat für eine Stärkung der Union. "Ich sehe bestätigt, dass die Menschen am Ende des Tages das doch wollen". Was die Abgabe von Kompetenzen nach Brüssel angehe, müsse die Regierung allerdings noch einige an Erklärungsarbeit leisten, "sonst ist es schwer nachvollziehbar".

Hohe Zustimmung zu EU und Euro

Die Studie sieht die Zustimmung zu EU und Euro als hoch an - 59 Prozent halten demnach die Mitgliedschaft Österreichs für eine richtige Entscheidung. Allerdings stimmen vier Fünftel der Befragten zumindest teilweise mit der Einschätzung überein, die EU und die Eurostaaten hätten zu langsam und zu schwach auf die Krise reagiert.

Als Gegenmittel möchte eine große Mehrheit eine stärkere Führung: 76 Prozent sagten, diese solle die Wirtschaftspolitik in Europa bestimmen. Mehr als zwei Drittel der Befragten sind dafür, dass der Präsident der Europäischen Kommission direkt vom Volk gewählt wird. Hingegen ist eine Mehrheit von 55 Prozent dagegen, dass das EU-Parlament gestärkt wird. (APA, 5.5.2013)

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