Portugiesen sollen künftig länger arbeiten

4. Mai 2013, 16:06

Zahl der Beamten soll um 30.000 reduziert werden. Jene, die bleiben, sollen 40 Stunden pro Woche arbeiten

Lissabon - Portugal hat seinen Sparkurs im Kampf gegen die Schuldenkrise nochmals verschärft. Unter anderem sollen Beamte 40 statt bisher 35 Stunden pro Woche arbeiten, sagte Ministerpräsident Pedro Passos Coelho am Freitagabend. Außerdem werde das Pensionseintrittsalter um ein Jahr auf 66 hinaufgesetzt. Die Regierung will 30.000 der etwa 600.000 Staatsangestellten zu einem freiwilligen Abschied aus dem Dienst bewegen. Die meisten Maßnahmen sind ab 2014 geplant.

Der Staat will dadurch bis 2015 insgesamt 4,8 Milliarden Euro sparen, um die mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Ziele zu erreichen. Zwar stehen Gespräche mit der Opposition, den Gewerkschaften und den Arbeitgebern noch aus, doch verfügt die Mitte-Rechts-Koalition über eine komfortable Mehrheit, um die Pläne durchzusetzen.

Einschnitte verabschiedet

Angesichts dieses Programms könnten Portugals europäische Partner nicht an der Ernsthaftigkeit des Sparwillens zweifeln, sagte Passos Choelho. "Es geht nicht darum, einen Sparkurs oder keinen Sparkursen zu fahren. Die Ziele zu verfehlen würde zu einem Austritt aus dem Euro führen und hätte katastrophale Folgen für alle."

Nach einem Veto des Verfassungsgerichts gegen Sparbeschlüsse hatte die portugiesische Regierung vor kurzem bereits Einschnitte verabschiedet, um das Land wieder auf Kurs zu bringen. Für 2013 wurden Ausgabenkürzungen im Umfang von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) beschlossen. Damit soll die nächste Kredittranche der internationalen Geber in Höhe von zwei Milliarden Euro gesichert werden.

Land verharrt in Rezession

Portugal musste vor zwei Jahren von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit einem Hilfspaket von 78 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt werden. Im Gegenzug wurde wie in anderen Ländern unter dem Euro-Rettungsschirm ein umfassender Reformkurs mit scharfen Einschnitten für die Bevölkerung vereinbart. Das Land verharrt aber in der Rezession.

Das Bruttoinlandsprodukt soll nach der jüngsten Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr um 2,3 Prozent schrumpfen nach 3,2 Prozent 2012. 2014 soll es ein Wachstum von 0,6 Prozent geben - trotzdem dürfte die Arbeitslosenquote auf 18,5 Prozent steigen. Das Staatsdefizit soll in diesem Jahr auf 5,5 und 2014 auf 4,0 Prozent sinken.

Da die südlichen Krisenländer in der Euro-Zone immer stärker unter der Rezession leiden, ist erneut eine Diskussion darüber ausgebrochen, die schmerzhafte Sparpolitik zu lockern und das Wachstum zu fördern. (APA, 4.5.2013)

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anstatt die vorhanden Arbeit auf viele Schultern zu verteilen,

und so zumindest der Bevölkerung die Möglichkeit zum Konsum zu geben, was wiederum der Wirtschaft nützt, generiert man noch Arbeitslose, die der Allgemeinheit sprich dem Steuerzahler in Form von Arbeitslosenuntersstützung als zusätzliche Belastung aufgebürdet wird. Das alles geschieht nur um der Wirtschaft bzw. dem Kapital seine Renditen und Überschüsse zu sichern und wenigen ein Leben in Saus und Braus zu sichern. ........ lasst euch das nicht gefallen

"Es geht nicht darum, einen Sparkurs oder keinen Sparkursen zu fahren."

Das zeigt (wieder einmal), dass die Politiker und die sie beratenden Ökonomen nichts von den Zusammenhängen verstehen.

Der IWF hat zugegeben, dass der fiskalpolitische Multiplikator doch höher liegt und zwar zwischen 0,9 und 1,7 (statt früher 0.5). Geht man von 1,3 aus, bedeutet das, dass für jeden eingesparten Euro im Staatsbudget die Wirtschaft um 1,3 Euro schrumpft.

(es ist übrigens davon auszugehen, dass die 0,9 nur dazu dienen, dass der IWF nicht ganz so blöd dasteht)

längere arbeitszeiten für beamte und höheres pensionsantrittsalter

klingt nach spitzenmassnahmen gegen die katastrophal hohe jugendarbeitslosigkeit

grosses kino

...na-ja...

In Portugal gibt es 700.000 Beamte - der Staat muss da zwangsläufig Pleite gehen oder die Steuern horrend hochtreiben um die Gehälter finanzieren zu können - beides würgt die Wirtschaft ab und schafft Arbeitlose...

Durch mehr Beamte die Arbeitslosigkeit langfristig in den Griff zu bekommen hat noch in keinen Staat dieser Erde funktioniert - im Gegenteil - alle Staaten die es so versucht haben, sind pleite!

Na ja... Sector Puplico in Portugal ist halt nicht was Sie unter Beamten verstehen....

Ein Vergleich: In Oesterr arbeiten mehr wie 500 000 Personen im Oeffentlichen Bereich, in Deutschl. sind es an die 5 Mio, in Portugal 700000, jedoch zaehlen dort auch die Angestellten des RTP TV u Radio, Krankenschwestern etc u natuerlich alle Verstaatlichten Unternehmen, dazu.
Daher sind in Portugal die Angestellten d Oeffentlichen Dienstes(Sie sagen Beamtin zur Krankenschwester!) ..mehrheitlich..weiblich durchschnittlich 39 Jahre u verdienen zwischen 485 u 1500 EUR monatlich x 14.
In Oesterr. verdienen diese Angestellten durchschnittlich 3.300 EUR x 14
D heisst in Portugal erhaelt die Krankenschwester fuer Nacht u Sonntagdienst gerade mal soviel wie ein Arbeiter in Holland Minimumgehalt hat. So sind die Fakten u nun werfen Sie Steine.

PS: Bitte lesen Sie "Sector Publico"

Das Symbolfoto zeigt offensichtlich keinen der 30.000 Beamten bei der typischen Arbeit.

Wie wäre die Auswahl eines passenden Fotos?

Bei immerhin 30.000 Beamten wird sich doch nur ein Foto finden lassen, was einen dieser 30.000 Beamten bei seiner typischen Arbeit konkret zeigt. Gerne auch anonymisiert. So der Vorstellung wegen, um was für Arbeit es da geht.

Ein typischer Portugisiescher Beamte waere weiblich 39 Jahre alt und ...

Krankenschwester oder Lehrerin. Sie sind Angestellte im "Oeffentlichen Dienst"
genannt "Sector Publico" d Wort Beamter oder Staatsangestellter ist daher falsch.

Na wahrscheinlich wird hier ein Bahnarbeiter oder ein Arbeiter in einem staatlichen Unternehmen gezeigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Portugal 700.000 Leute im Büro für Politik und Verwaltung sitzen hat.

"Portugiesen sollen künftig länger arbeiten"

Sicherlich eine total sinnvolle Methode, wenn eine Betrachtung der Industriestaaten bereits jetzt zeigt, dass massive Überproduktion bei gleichzeitig extrem schlechter Geldverteilung herrscht. Wird sicher was anderes bewirken als uns noch weiter in den Dreck zu fahren. Schließlich wäre es ja nur dasselbe Heilmittel wie immer.

...lesen und verstehen hilft...

...es geht um Arbeitszeitverlängerung für Beamte!!!

hat nichts mit Überproduktions oder sonstigem zu tun!! Es geht um Staatsdienr die vom Rest der Bevölkerung über Steuern bezahlt werden müssen.

Das Interessante ist ...

... dass sich offenbar in allen europäischen Ländern die Beamten Priviligien herausgezockt haben. Das Idee, dass der Norden für den Süden zahlen soll, ist halt schwierig politisch zu verkaufen, solange in der Peripherie zu viele Beamte nix arbeiten.

Das Idee, dass der Norden für den Süden zahlen soll

.. ist halt die Unwahrheit und schon von daher problematisch.

Nur retardierte verstehen die Umstände der Rettung der dt. Banken noch immer nicht, in diesem Forum kommt es bspw noch öfters dazu.

Wie das Bullshit-System läuft, erklärt George Carlin hier in aller Kürze:

http://www.youtube.com/watch?v=5mflJbVwIvU

So...

...

http://derstandard.at/136371009... ochtreiben

Das zusammen genommen ergibt doch ein tolles Wirtschaftswachstum!! Wir sollten das gleich in ganz Europa so einführen, damit es wieder ein Wirtschaftswunder gibt! Jawohl, ein Wunder muss her!

Beamte 40 statt bisher 35 Stunden pro Woche arbeiten,

..soll heissen : anwesend sein!

Von Anwesenheit steht da nichts geschrieben. Ist auch nicht üblich.

Die Arbeitszeiterhöhung dient nur dem Einsparen von Überstunden, die bislang in aller Regel sowieso nur kassiert aber nicht geleistet wurden.

HAhaha

genau das richtige Rezept gegen Massenarbeitslosigkeit - vielleicht sollten noch Überstunden steuerlich befreit werden?

und wir vollk---- lassen uns einreden, dass WIR noch viel mehr und länger hackeln müssen?

Die Portugisiesche Jahresarbeitszeit betraegt 1.735 Stunden, jene in Frankreich 1.599 Stunden, im EU Durchschnitt sind es 1.728.

Die Realitaet sieht immer anders aus: In Portugal gilt grundsätzlich eine maximale Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche, fuer Beamte 35.
Die tägliche Arbeitszeit darf acht Stunden nicht überschreiten. Jedoch können durch Kollektivverträge oder in Einzelverträgen abweichende Durchschnittszeiten festgelegt werden. So kann in einem Kollektivvertrag festgelegt sein, dass es zu Arbeitszeiten
bis zu 12 Stunden pro Tag oder 60 Stunden in der Woche kommen kann, wenn der Durchschnitt innerhalb von zwei Monaten 50 Stunden pro Woche nicht überschreitet.
Daher arbeitet der Durchschnitt der Portugiesen 40.3 Stunden pro Woche. 43.8 Stunden Maenner u 38.7 die Frauen. In Frankreich arbeitet man effektiv nur 38.9 Stunden im Durchschnitt.
Soweit die Fakten

Soweit die Papierform, lieber @ Standard Leser4

Kollektivverträge und Einzelverträge legen dies und das fest. Davon Fakten abzuleiten ist tollkühn, wenn man sich die Wirklichkeit in den südeuropäischen Ländern ansieht. Da gilt zwar eine Arbeitszeit von x-Wochenstunden, aber ab 14:00 Uhr stehen die Amtsstuben leer. Und jeder dritte Arbeitsplatz im Öffentlichen Dienst ist verwaist, obwohl am Papier durch ein sogenanntes Vollbeschäftigungsäquivalent besetzt.

So gehts in diesen Ländern zu - im öffentlichen Dienst und in den Staatsbetrieben.
Am Papier schaut das natürlich alles ganz anders aus. Wer das mit Fakten verwechselt, hat ein Problem in der Wahrnehmung von Wirklichkeit.

Dann zaehlt Oesterreich auch zu den suedeuropaeischen Laendern ?

So wie Sie es schildern muss es so sein. Leider habe ich in der Realitaet nur immer feststellen koennen d Kollektivvertraege ins negative ausgenuetzt werden. D h. wenn 40 Stunden vorgeschrieben sind werden es sicherlich, die moeglichen 50 Stunden, siehe meinen Kommentar oben. Also nicht immer mit dem Finger auf andere zeigen, den faulen Suedlaendern, selbst aber mit 50 in Pension gehen. So gehts nicht nur "in diesen Laendern zu" !!!
XB

lieber Standard Leser4...

...es geht um Beamte - und ich bezweifle sehr stark, dass auch nur ein einziger Beamter in Portugal auch nur eine Minute mehr als die 35 Stunden "arbeitet" ohne ordentliche Überstundenzuschläge zu kassieren....

Und woher weißt das? Ausm Kaffeesud?

Mentalitätsfrage

Viele österreichische Dienstnehmer (vor allem auch im öffentlichen Dienst) arbeiten hart und scheuen dabei auch vor "Selbstausbeutung" [unbezahlte Arbeit, Fortbildung,etc] NICHT zurück (wobei das oft mit Beruftsethos zusammenhängt, da nicht jeder nur auf die Stopuhr schaut und so mancher in seinem Beruf einen gewissen Sinn erkennt).

Meine Erfahrungen mit südeuropäischen Dienstnehmern - konkret: Griechen und Spanier - hingegen sind trostlos. Da spielt echt die Mentalität mit rein. Mich wundert es jedenfalls nicht, dass diese Staaten bröckeln. Jeder nimmt, keiner gibt - Egoismus als oberste Tugend, angefeuert von Gewerkschaftsbossen. Unfassbare Zustände! Schauen Sie sich das an!

P.S.: Das "Rote" ist nicht von mir!

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