Giftige Chemikalien geladen: Zug in Belgien entgleist

4. Mai 2013, 18:42

300 Menschen vor Explosionen und Brand in Sicherheit gebracht

Brüssel - Bei der Explosion von drei Kesselwagen eines Zugs mit giftigen Chemikalien ist nahe der belgischen Stadt Gent ein Mensch getötet und 14 verletzt worden. Dies teilte die Pressestelle der Provinz Ost-Flandern mit. Sie korrigierte damit Angaben des Gouverneurs der Provinz Ost-Flandern, Jan Briers, der von zwei Toten gesprochen hatte. Bei den Toten und Verletzten handle es sich um Anrainer. Knapp 300 Anrainer wurden nach dem Unfall nahe Gent in Sicherheit gebracht. Fünf Menschen kamen wegen Übelkeit ins Krankenhaus.

Das Unglück ereignete sich nach Angaben der Bahngesellschaft Infrabel gegen 02.00 Uhr zwischen den Orten Schellebelle und Wetteren. Der Zug kam demnach aus den Niederlanden und war auf dem Weg in den Hafen von Gent, als insgesamt sechs der 13 Waggons entgleisten. Durch den Aufprall wurde eine Explosion und ein Brand ausgelöst, der sich über mehrere hundert Meter ausbreitete, wie auf im Fernsehen verbreiteten Amateurvideos zu sehen war.

Feuerwehr ließ Waggons ausbrennen

"Wir hörten einen lauten Knall und sahen dann Flammen", sagte eine Anrainerin dem Fernsehsender RTL-TVI. Die Bewohner im Umkreis von 500 Metern wurden in Sicherheit gebracht. Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. Nach Behördenangaben wurde niemand verletzt, fünf Menschen wurden allerdings mit Beschwerden ins Krankenhaus eingeliefert.

Der Zugführer schlug unmittelbar nach dem Unfall Alarm, sodass die Feuerwehr schnell zur Stelle war. Das Feuer brach den Angaben zufolge in drei Behältern mit der giftigen Substanz Acrylnitril aus. Um eine Ausbreitung der giftigen Substanzen zu verhindern, entschied die Feuerwehr, die brennenden Waggons kontrolliert ausbrennen zu lassen. Zwar war das Feuer gegen Samstagmittag unter Kontrolle, Anrainer sollten aber aus Sicherheitsgründen weiter Fenster und Türen geschlossen gehalten.

Die Unglücksursache war zunächst unklar. Die Waggons entgleisten bei einem Schienenwechsel an einer Weiche kurz nach einer Baustelle. Möglicherweise war der Zug mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Der Zugverkehr zwischen Schellebelle und Wetteren war nach dem Unfall unterbrochen. (APA, 4.5.2013)

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intressant wär ja eine Statistik die Unfälle und Unfallschäden pro 1 Mio.t transportierter Fracht von diversen Transprotmitteln gegenüberstellt
hat irgendwer sowas?

Ob ich das auf meiner LGB im Masstab 1:22,5 (Schmalspur - Ihr wißts?) nachstellen kann? Kesselwagen hätte ich und auch eine BR254

BR254 - isch eine historische Elektrolok aus der Eisenbahnepoche IV, wie Ihr als begnadete und aufgeschlossene Eisenbahnfreunde natürlich wissen tuts.
Kesselwagen wären da: LGB 47811 KVG/Wascosa oder LGB 45870 "Hooker Chemicals.
Wenn ich die mit höherer Geschindigkeit in eine R3 fahren lasse oder über eine Bogenweiche?
naja, aber erscht am Montag. Im Warmbaderhof gibts so einen Spass nicht! Aber dafür schön warme Massagesteine.

Hast eh an Giftschein?

fehlt eigentlich nur acrylnitril

das ist aber in einigen klebstoffen enthalten, sollte also für bastler kein problem sein.
anleitung ist hier
http://de.wikipedia.org/wiki/Acrylnitril

Da weht ein eisiger Hauch von Kaltschnäuzigkeit

Gefahrenguttransporte werden offenbar auch in der ach so fortschrittlichen EU nach wie vor ehere nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten abgewickelt, statt sich um mögliche Konsequenzen den Kopf zu zerbrechen. Bei so einem Zeugs brauchen nicht einmal Möchtegernterroristen ein Bömbchen klöppeln, es reicht die Schienen für so einen Nacht- und Nebeltransport ein bisserl anzusäbeln.

Aber sind's in Österreich besser, nein, überhaupt nicht, denn sonst gäbe es nicht mitten im Grazer Stadtgebiet neben einem seit Jahren den Boden verseuchenden Terminal für Erdölprodukte auch eine Flüssiggasverlade wobei die nächst gelegenen Wohnhäuser durch ein Schallschutzmäuerchen geschützt werden.

wie möchtens denn

gefahrguttransporte abgewickelt sehen?

wir sind gespannt auf ihre fundierten vorschläge

Wie wäre es mit abseits von Wohnbereichen.
Wie wäre es mit Routen, die nicht durch Siedlungsgebiet gehen.
Wie wäre es mit Routen wo auslaufenden gefährliche Flüssigkeiten nicht so leicht die Chance haben sich sofort über das Kanalsystem zu verteilen.
Wie wäre es grundsätzlich mit entsprechender Zivilschutzinfo für die Bevölkerung inklusive Ausarbeitung und Bekanntgabe von Evakuierungsplänen.
etc.

Verbot für Gefahrenguttransporte, Transitverbot, Nachtfahrverbot in Ortsgebieten

warum gilt das alles eigentlich alles nur für LKWs und die Bahn kann ohne Rücksicht auf Verluste machen, was sie will?

Die Eisenbahn ist ja (noch) ein eigener Rechtsbereich.

.
Das geht vom Bauverfahren über die Lizenzvergabe bis hin zu den Benützungsregeln.

Gilt eigentlich für Lkws auch nur bedingt. Es gibt explizit per Bundesgesetz ausgewiesene Strecken, eben auch für Gefahrenguttransporte wo Lkws dieser Art eine Ausnahmegenehmigung zum Befahren nach Gutdünken haben. Und ist so eine Strecke z.B. durch wiederkehrende Veranstaltungen gesperrt, donnern Tanklastzüge & Co. auf Seitenstraßen durchs Siedlungsgebiet.

weil eisenbahnunfälle doch wesentlich seltener als straßenverkehrsunfälle sind

Und die unerträgliche Belästigung der Anrainer im ganz alltäglichen (oder besser allnächtlichen) Betrieb?

Bei Unfällen bringt seltener halt auch nicht unbedingt etwas.

Risiko = Schaden * Eintrittswahrscheinlichkeit

Ein LKW-Unfall hätte z.B. nicht halb Viareggio abgefackelt.

welche unerträgliche belästigung?

glaubens, ein schlafzimmer neben der autobahn ist ruhiger?

und was passiert wär, wenn die fracht von viareggio auf lkw mitten durch en ort gekarrt worden wär, könnens sich gern einmal überlegen

erinnerns sich als erstes mal an tarragona

http://de.wikipedia.org/wiki/Tank... s_Alfaques

Autobahnen verlaufen nicht mitten durch die Städte, Bahnstrecken schon

Selbst die verbrecherische Wiener Stadtplanung hat es nur höchst selten zusammengebracht, Leuten eine echte Autobahn vors Schlafzimmerfenster zu bauen. Natürlich sollte man alle Verantwortlichen für den Rest ihres Lebens dort einsperren, anbieten würden sich z.B. die Häuser in der Geiereckstraße an der Südosttangente.
Für all die "falschen" Autobahnen wie Gürtel, Triester Straße und Co. gilt aber ein Nachtfahrverbot und Transitverbot für LKWs.

Während die Bahn beim neuerrichteten Hbf 2,5km vom Stephansplatz entfernt Nacht für Nacht ihre Güterzüge zum Sightseeing schickt.

Zu den Gefahrengütern: Ihr Tankwagenunglück war 1978 und hatte verschärfte Regeln zur Folge. Viareggio war 2009 und die 60 Jahre alten Schrottwaggons gibts immer noch.

ich würd mal sagen für die eisenbahn durch wien kann nur der alte Kaiser was - der hat sie gebaut... und wenn sie eisenbahn fahren haben sie nicht überall ihr auto um 50km in die stadt zu fahren da muss es schon zu fuß gehen.

und seins froh dass der Zentralverschiebebahnhof in Kledering und nicht in ihrer nähe is!

und die einzige lösung wäre eine Güterzugumfahrung wie sie ST. Pölten bekommt - nur dass erklärens dann den wienern wenn der zug durch die lobau muss

Die Wiener Stadt-"Planung" ist nicht "verbrecherisch", dann das würde Zurechnungsfähigkeit voraussetzen.

.
Aber Herr Schicker hat seine Laufbahn ja dem Aktentaschentragen bei Herrn Wurzer zu verdanken.

"Autobahnen verlaufen nicht mitten durch die Städte"

da habens leider keine ahnung

und wenns auf veraltetes rollendes material anspielen - das ist ein anderes thema als jenes, daß grundsätzlich lkw-transport besser und sicherer sei als bahntransport

So, so? Der einzelne LKW, dem das hier zu verdanken ist, hatte "nur" Benzin geladen:

http://www.rhein-zeitung.de/cms_media... erborn.jpg

Benzin braucht man aber wegen der ganzen Autosüchtigen _in_ den Städten.

Das, was die Bahn nachts mit 60 Jahre alten Schrottwaggons durch die Städte donnern lässt, ist von unbewohntem Industriegebiet zu unbewohnten Industriegebiet unterwegs.

Nur ist die Bahn halt der Meinung, dass sie ein Recht darauf hat, dass alles so "wie immer", also wie im 19. Jhdt., bleibt.

Die Industriegebiete von einst sind aber längst von Siedlungsgebieten umschlossen und daher donnern die Schrottis eben auch an Siedlungen vorbei. Bei Stoffen, denen ein Exlpsosionsradius von fast 1 km zugestanden wird und wo man weiß, dass im Worst Case Waggons oder zumindest deren Überreste im nächstgelegenen Einkaufszentrum einschlagen können, stehen keine 25 m neben der Strecke die Häuser und keine 50 m neben der Verladestelle geschlossene Häuserzeilen bzw. Siedlungen. Das ist keine Risikoabwägung, das ist grob fahrlässig!

sicher gabs die risikoabwägung

deswegen war der grund dort auch so günstig...

Aber es bestand zu keiner Zeit eine Gefährdung der Bevölkerung.

Und die Feuerwehr entscheidung war ja sehr mutig, weil gegen das brennende Acrylnitril hilft kein Schutzanzug, auch nicht der, den die Feuerwehr eh nicht hat, weidl das sich durch alles Plastikzeugs durchfrisst.
War so mutig wie die Entscheidung der Feuerwehr in Tschernobyl das Atomkernschen ausbrennen zu lassen. Kontrolliert mit 'nem kasten Bier unterm Campingsessel.

"weil gegen das brennende Acrylnitril hilft kein Schutzanzug"

ahso?

es gibt keine schutzanzüge gegen flammen?

natürlich nicht für ewig, das ist bei keinem schutzanzug der fall...

Von dem Reaktorunglück in Tschernobly keine Ahnung

aber quageln, der Reaktorblock wurde promt überkritisch! Leistungsexkursion auf ca das 1000 fache der Maximalleistung. Den Graphitmoderatorblock hat es in 10000 Teile zerlegt die Feuer fingen. Da gehen sie mal mit Wasser drauf. Das hätte man dann bis Wien gehört.

na eben! Drum habens ja auch nicht gelöscht!

Habe ich was anderes geschrieben?

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