Erste funktionierende Waffe aus dem 3D-Drucker veröffentlicht

Team aus den USA ist es gelungen Handfeuerwaffe aus sechzehn Plastik-Teilen zu fertigen

Vor acht Monaten kündigte Cody Wilson, ein 25-jähriger Jus-Student aus Texas und Gründer der Non-Profit-Orginisation „Defense Distributed" an, dass er mithilfe eines 3D-Druckers eine Waffe erstellen will. Aus seiner Ankündigung wurde nun Realität. Dem Tech-Journalisten Andy Greenberg von Forbes präsentierte Wilson die Handfeuerwaffe, die er „The Liberator" (der Befreier) nennt. So besteht diese aus insgesamt sechzehn ABS-Kunststoff-Teilen, die aus einem Dimension-SST-Drucker entstammen. Einzige sichtbare Ausnahme ist der Schlagbolzen, für den ein Nagel anstatt Plastik verwendet wurde. Um mit den Waffen-Normen der USA nicht in Konflikt zu geraten, wurden außerdem kleine Stahlteile in den „Liberator" platziert, um von Metalldetektoren erkannt zu werden. Die Waffe ist so konzipiert, dass sie handelsübliche Handwaffen-Munition abfeuern kann.

Tests werden noch durchgeführt

Bevor der Plan der Waffe auf defcad.org, der Homepage der Organisation von Wilson, hochgeladen wird, muss sich die Schusswaffe noch einigen Tests unterziehen. Sind diese erfolgreich, dann werden die Pläne jederzeit online abrufbar sein. Vergangenen Sommer sprach Wilson bereits mit Greenburg und sagte ihm, dass es möglich ist Waffen aus dem 3D-Drucker herzustellen. Zwar sei es laut dem 25-Jährigen „beängstigend", dies will das Team rund um Wilson aber auch veranschaulichen. Die Homepage von „Defense Distributed sorgte bereits im Vorfeld für Furore, als Patronen-Magazine für eine AK47 oder etwa ein Bauteil einer AR15 veröffentlicht wurde.

Verbot von Politik bereits gefordert

Stratasys, ein US-Unternehmen, dessen 3D-Drucker nun für den „Liberator" verwendet wurde, forderte bereits im Oktober den geborgten Drucker zurück, als bekannt wurde, dass Wilson und sein Team an einer Waffe arbeiten. Die Politik wurde ebenso auf das Vorhaben aufmerksam. Kongressabgeordneter Steve Israel setzte sich bereits im vergangenen Jahr für eine Verbannung der Schusswaffen aus dem 3D-Drucker ein. Im Jänner entfernte Makerbot, ebenso ein 3D-Drucker-Hersteller, sämtliche downloadbare Waffen-Baupläne von einer populären Seite, die druckbare Modelle anbietet.

Nur zusätzliche Motivation

Die Gegenströmungen haben Wilson nur zusätzlich motiviert, an seinem Vorhaben weiter festzuhalten: „Ich wollte einfach herausfinden, wo die Möglichkeiten der 3D-Drucker enden". Geendet haben sie bei der Produktion von Waffen nicht. (red, derStandard.at, 04.05.2013)

 

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