David Bowie auf Spitze

3. Mai 2013, 19:34
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Der schottische Choreograf Michael Clark gastiert mit seinem glamourösen Ballett in St. Pölten: Einmalig im Festspielhaus!

St. Pölten - Fans von Peter Greenaways Filmen erinnern sich sicherlich auch an Michael Clark. Denn in Prospero's Books (1991) tanzt er Shakespeares Caliban - in eigener Choreografie. Ins Festspielhaus St. Pölten kommt Clark jetzt allerdings nicht als Sklave des Zauberers Prospero, sondern als wandelnde Legende der Vermählung von Ballett und Popkultur.

Für diese Kuppelei ist Clark (51), wie das Festspielhaus-Publikum am Samstag erleben wird, nicht zu Unrecht berühmt geworden. Aber Achtung, der im schottischen Aberdeen geborene Choreograf zeigt sein 2010 in Melbourne uraufgeführtes Stück come, been and gone nur einmal!

Michael Clark war ein frühes Talent. Bereits mit dreizehn Jahren verließ er sein Elternhaus, um an der Londoner Royal Ballet School zu studieren. Mit siebzehn wurde er vom britischen Ballet Rambert engagiert, wo ihm Richard Alston sofort Tanzrollen auf den Leib choreografierte. 1984 gründete er seine eigene Company, nachdem er bis dahin ganze sechzehn eigene Werke geschaffen hatte.

Durch Begegnungen mit Größen wie Merce Cunningham und John Cage sowie seine Zusammenarbeit mit Karole Armitage fand Clark zu einem spektakulären eigenen Ballettstil. Darin konnte er seine Schwäche für Rockmusik so richtig ausleben, für Glamour, Eleganz und rauhe Töne.

Ebenso sichtbar wird seine künstlerische Nähe zu Fashiondesignern wie Bodymap und zu Performancekünstlern wie Leigh Bowery. Das musikalische Highlight des Stücks ist David Bowies Hit Heroes, dazu kommen Nummern von Iggy Pop, Kraftwerk, Lou Reed und Velvet Underground. Kein "revolutionärer zeitgenössischer Tanz", wie das Festspielhaus behauptet, dafür aber feinstes modernes Ballett mit virtuoser Club-Atmosphäre.     (Helmut Ploebst, DER STANDARD, 4./5.5.2013)

4. 5.

  • Wandelnde Vermählung von Ballett und Popkultur: Michael Clarks Stück "come, been and gone".
    foto: jake walters

    Wandelnde Vermählung von Ballett und Popkultur: Michael Clarks Stück "come, been and gone".

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