Hyänen: Geschwisterliche Konkurrenz größerer Stressfaktor als Hunger

12. Mai 2013, 18:51
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Forscher maßen Abbauprodukte des Stress-Hormons Cortisol im Kot von jungen Hyänen, die um die Muttermilch konkurrieren

Berlin - Der Hunger allein stresst Hyänenkinder noch nicht sonderlich - aber der geschwisterliche Konkurrenzkampf um die Muttermilch sehr wohl. Das berichtet der Forschungsverbund Berlin; die Studie wurde im Fachmagazin "Biology Letters" veröffentlicht.

Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) untersuchten die Kotproben von Zwillings- und Einzeljungen der Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta) im Serengeti National Park in Tansania. Sie bestimmten die darin vorkommende Konzentration der Abbauprodukte des Hormons Cortisol (Cortisol-Metabolite), das bei Stress und erhöhtem Energiebedarf vermehrt ausgeschüttet wird. "Bisher war nicht bekannt, ob Konflikte, die beim Zugang zur Muttermilch zwischen Geschwistern von Zwillingswürfen entstehen, den Cortisol-Spiegel und somit den Stress des Nachwuchses ansteigen lassen. Mit unserer Forschung konnten wir nun eindeutig nachweisen, dass dies Fall ist", sagt Studienleiterin Sarah Benhaiem.

Wechselwirkungen

Der Hunger selbst hatte wenig Effekt auf den Cortisol-Spiegel von Einzeljungen, egal ob männlich oder weiblich. Anders sah es bei Zwillingen aus: Beide Wurfgeschwister hatten bei Hunger einen erhöhten Spiegel an Cortisol-Metaboliten. Interessanterweise hatte die Rivalität zwischen den Zwillingen einen höheren Effekt als Hunger. Generell wiesen durchsetzungsschwächere, untergeordnete Geschwister eine höhere Konzentration an Cortisol-Metaboliten auf als dominante Geschwister.

Für noch interessanter halten die Forscher das Ergebnis, dass hungrige untergeordnete Geschwister, die mit einer dominanten Schwester konkurrierten, deren Ranghoheit stärker in Frage stellten als Geschwister eines dominanten Bruders. Was sich dann auch prompt in einem höheren Spiegel an Cortisol-Metaboliten bei dominanten Schwestern als bei dominanten Brüdern widerspiegelte. (red, derStandard.at, 12. 5. 2013)

 

  • Nur oberflächlich betrachtet eine idyllische Szene: Hyänenkinder hätten lieber exklusiven Zugang zur Muttermilch.
    foto: izw

    Nur oberflächlich betrachtet eine idyllische Szene: Hyänenkinder hätten lieber exklusiven Zugang zur Muttermilch.

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