Fabrikeinsturz in Bangladesch: Merkel will Regeln für Textilimport

3. Mai 2013, 19:18
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Nach dem Einsturz einer Fabrik in Bangladesch hat Disney seine Produktion gestoppt, andere Firmen könnten folgen

Dhaka - Neun Tage nach dem Einsturz eines Fabriksgebäudes in Bangladesch ist die Zahl der Toten auf fast 500 gestiegen. Neben Leichen werden immer noch Textilien in den Trümmern gefunden, die ebenfalls stummen Anklagen gleichen: Sie tragen Etiketten von bekannten Modeketten wie Kik, Primark, Mango und Benetton.

Sieben Menschen festgenommen

Seit dem Unglück wurden bisher sieben Menschen, darunter der Besitzer des Gebäudes und mehrere Ingenieure, wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung festgenommen.

Die Tragödie hat eine Debatte über die Verantwortung der West-Konzerne für das Heer der namenlosen Billigarbeiter losgetreten. Als erstes Unternehmen will sich laut dem US-Sender CNN The Walt Disney Company aus Bangladesch, Ecuador, Venezuela, Weißrussland sowie Pakistan zurückziehen. Disney rief Händler und Lizenznehmer auf, die Produktion ebenfalls zu verlagern.

Merkel für schärfere Transparenzregeln

Am Freitag fand Angela Merkel klare Worte und sprach sich für schärfere Transparenzregeln aus: "Europa könnte hier ruhig Vorreiter sein", sagte die deutsche Bundeskanzlerin. Sie bezeichnete die Zustände der Produktion in Entwicklungsländern als teilweise skandalös.

Bekleidung solle - wie Tropenholz oder Palmöl - Herkunftsbezeichnungen erhalten. Zugleich dürfe die wirtschaftliche Entwicklung der Länder nicht behindert werden, mahnte Merkel. (moc, DER STANDARD, 4./5.5.2013)

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