Titelstreben und Überlebenskampf

3. Mai 2013, 17:31
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Mit zehn Weltmeistern von 2012 strebt Rekordchampion Russland in Schweden und Finnland nach dem 26. WM-Gold. Österreichs Team spielt auch gegen die Statistik

Helsinki/Stockholm - Sowohl Schweden als auch Finnland, die gemeinsam nach der 76. auch die 77. WM im Eishockey ausrichten, haben heuer die zweite Chance en suite, den Heimfluch zu beenden. Seit dem Triumph der Sowjetunion 1986 in Moskau hat keine Mannschaft mehr im eigenen Land WM-Gold geholt.

Jedenfalls wird Russland, das es bisher auf 26 Titel (inklusive Sowjetunion) gebracht hat, auch nach diesem Turnier Rekordchampion sein, Kanada hält bei 24 Goldenen, die Nummer drei ist Tschechien (inklusive Tschechoslowakei) mit zwölf Triumphen.

Russland hat zehn Weltmeister von 2012 dabei, allerdings fehlen heuer die Superstars Alexander Owetschkin (Washington), Jewgeni Malkin (Pittsburgh) und Pawel Dazjuk (Detroit). Angeführt wird die Sbornaja von Ilja Kowaltschuk (New Jersey), der vor vier Jahren in der Schweiz zum wertvollsten WM-Spieler gewählt wurde.

Für Österreichs Team geht es eher nicht um Medaillen, sondern um den Klassenerhalt, das ist so Usus von alters her. Und die USA, die es am Samstag in der Hartwall-Arena zu Helsinki zu bespielen gilt (11.15, ORF 1), sind in der WM-Anfangsphase ein traditioneller Gegner. Seit 1996 war ein US-Team fünfmal Kontrahent im ersten oder zweiten WM-Spiel, die Hoffnungen auf eine Sensation haben sich aber nie erfüllt.

Auch wenn die Vorbereitung eines US-Teams auf eine WM noch nie optimal verlaufen ist. Die Amerikaner sind kaum eingespielt, nicht an die größere europäische Eisfläche gewöhnt und haben wegen der kurzfristigen Anreise manchmal noch mit dem Jetlag zu kämpfen. Doch Österreich hat daraus noch nie Kapital schlagen können, die USA setzten sich seit 1996 stets mit zumindest drei Toren Differenz durch. In der Neuzeit gelang erst einmal ein WM-Sieg, beim 3:0 2001 in Köln ist es für die USA aber schon um nichts mehr gegangen. ÖEHV-Teamchef Manny Viveiros: "Wir haben den kleinen Vorteil, dass wir länger zusammen sind. Sie hatten nur zwei oder drei Tage, ihr System zu üben. Man darf aber nicht vergessen, die Spieler kommen aus der NHL. Solche Spieler kapieren das schnell." Österrreichs NHL-Star Thomas Vanek sagt: "Für uns ist wichtig, dass wir so lange wie möglich ein 0:0 halten und sie damit unter Druck setzen." Nächster Gegner ist am Sonntag Frankreich. (APA, red, bez, DER STANDARD, 4.5.2013)

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    Die Russen Owetschkin und Syomin mit dem WM-Pokal 2012 in Helsinki. Heuer wird in Stockholm finalisiert.

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