Wien bei betuchten Osteuropäern begehrt

3. Mai 2013, 18:46
65 Postings

Mit Preisen bis zu 30.000 Euro je m2 belegt Wien in einem Ranking Platz zehn, die teuerste Wohnanlage Europas liegt auf Sardinien

Wien - In den besonders begehrten Lagen Europas ist das Angebot exklusiver Immobilien weiter knapp und die Nachfrage unverändert groß. Und daran wird sich auch künftig nichts ändern, heißt es in einem Bericht von Engel & Völkers, einem weltweit tätigen Makler, der ausschließlich im Luxussegment tätig ist.

Immer mehr Menschen, aus den Schwellenländern von Asien über Russland bis Südamerika, die zu Wohlstand gekommen seien, drängten nach Europa. Mit dem Erwerb einer Immobilie in Bestlage wollten sie "in Exklusivität und Sicherheit investieren", sagt Vorstandschef Christian Völkers.

Die teuerste Wohnlage Europas liegt auf Sardinien (siehe Grafik), geht aus dem Ranking hervor. Unweit der Bucht Cala di Volpe auf Sardinien liegen der Küstenort Porto Cervo und die Romazzino-Bucht. Hier werden Preise von bis zu 300.000 Euro/m2 erzielt. Auf Platz zwei liegt die Avenue d'Ostende, die einen direkten Blick auf den Yachthafen in Monaco bietet. Im Fürstentum besteht kaum noch Platz für Neubauten, sodass in der Lage Preise bis zu 100.000 Euro/m2 Wohnfläche bezahlt werden.

Teuerste Straße Europas in London

Knightsbridge in London ist die teuerste Straße Europas, die innerhalb einer Großstadt liegt. Hier erreichten die Kaufpreise im Vorjahr bis zu 93.000 Euro/m2. Auf Rang vier liegt die französische Côte d'Azur. In Saint-Jean-Cap-Ferrat auf der Halbinsel Cap Ferrat werden bis zu 70.000 Euro/m2 erzielt, für Wohnimmobilien an der Flaniermeile Boulevard de la Croisette in Cannes sind es bis zu 50.000 Euro/m2.

Top-Preise werden unverändert am Suvretta-Hang in der Via Suvretta in St. Moritz gezahlt. Aufgrund von Angebotsknappheit wurden Höchstpreise von bis zu 65.000 Euro/m2 erreicht. Genf rangiert auf Platz sechs. Hier wurden für einige wenige Stadthäuser neuerlich Rekordpreise gezahlt. Die Spitzenpreise kletterten seit 2011 um mehr als 40 Prozent und erreichten Höchstwerte von bis zu 55.000 Euro/m2. In Oberbort (Gstaad) werden bis zu 48.500 Euro/m2 erzielt. In Paris sind die Wohnungen in der Avenue Montaigne besonders begehrt, die Spitzenpreise erreichen hier bis zu 40. 000 Euro/m2.

Anziehende Preise in Wien

Weiterhin deutlich anziehende Preise verzeichnet Wien: Die teuersten Wohneinheiten liegen direkt im Zentrum am Kohlmarkt, Graben und in der Tuchlauben. Dort erreichen Penthouse-Wohnungen mit Blick über die Stadt inzwischen Preise von bis zu 30.000 Euro/m2, sagte der Wien-Chef von Engel & Völkers, Helfried Mück, zum Standard. Käufer in diesen Preisklassen sind v. a. Osteuropäer: Russen, Ukrainer, Kasachen, aber auch Slowaken.

Mit der Grunderwerbskommission hätte es noch nie Probleme gegeben, betonte Mück: "Entweder sie haben einen EU-Pass oder eine Firma im EU-Raum." Die Immos werden zu 95 Prozent selbst genutzt. Was Wien so begehrt mache, sei die geografische Nähe und Erreichbarkeit zu Osteuropa. Geschätzt werde zudem die Gemütlichkeit, der Freizeitwert und die Überschaubarkeit. London oder Paris seien eben auch noch teurer als Wien, sagte Mück. (Claudia Ruff, DER STANDARD; 3.5.2013)

  • In Cala Marmacen, einer der Bestlagen von Mallorca, erzielen Top-Anwesen Preise von bis zu 23.500 Euro/m2.
    foto: engel & völkers/marco richter

    In Cala Marmacen, einer der Bestlagen von Mallorca, erzielen Top-Anwesen Preise von bis zu 23.500 Euro/m2.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wohnen in Wien kann mittlerweile auch recht teuer sein. Wobei natürlich nicht von der Hofburg (im Bild) die Rede ist.

  • Artikelbild
    grafik: standard
Share if you care.